Rollen getauscht

Handmassage im warmen Wasser. Stadträtin Gabriele Laurich mit einer Bewohnerin des AWO-Seniorenheims Franz Zebisch und Sozialdienst-Leiterin Christine Kunstfeld-Lindner. Bild: R. Kreuzer

Stadträtin Gabriele Laurich massierte die Hände der Bewohnerin im warmen Wasser und ölte sie dann ein. MdB Albert Rupprecht war mehr gefragt, Antworten zu geben. In beiden Fällen hieß die Aktion "Rollentausch".

Im AWO Seniorenheim "Franz Zebisch" hat Stadträtin Gabriele Laurich einen Tag mit den Bewohnern des Seniorenheims verbracht, um den Alltag des Sozialdienstes und der Gerontoabteilung kennen zu lernen.

Die Einrichtung nimmt teil an der bayernweiten "Aktion Rollentausch", die von den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege Bayern von 16. bis 22. November durchgeführt wird. Ziel der Aktion ist es, Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft die Möglichkeit zu geben, soziale Arbeit und Pflege in der Praxis kennen zu lernen. Silvia Zeitler, Einrichtungsleitung: "Was Menschen sehen, erfahren und erleben, das bleibt ihnen im Gedächtnis und weckt Verständnis."

Nach Frühstück und aufräumen wechselte Laurich zu Gesprächen mit den Bewohnern in die Sitzecke. Dabei zog Laurich ein Geschichtenbuch aus der Tasche und las den Zuhörern vor. Es folgte eine halbe Stunde Gedächtnistraining für und mit den älteren Damen und Herren. Und in der Wellness-Ecke folgte die Handmassage. Sozialdienstleiterin Christine Kunstfeld-Lindner begleitete die Stadträtin durch Haus. (kzr)

Rupprecht in der Oase

Mehr geistige und weniger körperliche Arbeit forderten die Besucher der Tagesstätte Oase in der Hochstraße dem Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht ab. In der Aktion "Rollentausch" stand sein politischer Arbeitstag, die Rente, psychosoziale Versorgung und die Flüchtlingspolitik im Blickpunkt.

In der Oase werden im Rahmen einer Informationsgruppe selbst gewählte Themen aufgearbeitet, dazu zählten unlängst das Oktoberfest, Ernährung und Kräuter, wie Leiter Diplom-Sozialpädagoge Werner Apfelbacher erläuterte. Es ist ein niederschwelliges Angebot für alle psychisch kranken und psychisch behinderten Menschen mit 25 bis 30 Besuchern täglich.

Zu seinem Tagesablauf erläuterte Rupprecht, dass er sich nach dem Frühstück etwa eine Stunde auf seine durchschnittlich sechs Tagestermine vor. Warum er zur CSU gegangen sei? Er verbinde mit dieser Partei die größte Identifikation bei Meinungsbildung und Art der Diskussion, zu der auch eine angebrachte Streitkultur gehöre. Warum Weiden eine kreisfreie Stadt geblieben sei? Rupprecht nannte sachliche und emotionale Gründe. Die Verzahnung zwischen Stadt und Land erhalte aber immer mehr Gewicht. "Aber wir sollten es momentan noch so belassen wie es ist", sagte er.

Zur angesprochenen Altersarmut der Rentner verwies Rupprecht auf die Mütterrente mit Anrechnung der Kindererziehungszeit und den Renteneintritt bei 45 Beitragsjahren ohne Abschlag. Von der Versorgung durch die psychosoziale Einrichtung des Bezirkskrankenhauses Wöllershof waren die Gesprächspartner angetan, während das Angebot an freien Psychologen und Therapeuten in der nördlichen Oberpfalz mangelhaft sei. Hier sah eine Gesprächsteilnehmerin Handlungsbedarf bei Zulassungen von Masterstudiengängen.

Weiter sagte Rupprecht,. dass bei aller Hilfsbereitschaft für die Flüchtlinge die deutsche Bevölkerung nicht benachteiligt werden dürfe. "Die Integration sei eine Herausforderung für uns alle und einzelne negative Pauschalierungen sollten außen vor bleiben." (rdo)
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