Rollendes Seminar

Ein Passant ist am ZOB zusammengebrochen. Was tun? Auf diese und viele andere Fragen gab das rollende "senSiwen"-Seminar über Zivilcourage in Bus und Bahn Antwort. Bild: Hartl

Wie reagiert ein Mitfahrer im Bus, wenn eine junge Frau belästigt wird? Was tun, wenn ein Fahrgast bedroht wird? Unter anderem Fragen dieser Art widmete sich das Abschluss-Seminar der siebenteiligen Reihe "senSiwen". Dabei ging's im Bus durch Weiden.

Der Stadtbus rollte mit 20 Senioren sowie Polizeibeamten und Schoolguards durch die Stadt. Neben Sicherheits- und Bedrohungsszenarien spielten die Teilnehmer von "senSiwen" auch Hilfe-Maßnahen durch: Ein Passant am ZOB bricht zusammen. Was tun? Doch auch auf die Frage, wie man sich in Bus und Bahn vor Taschendieben schützen kann, gaben Polizeioberkommissar (POK) Wilhelm Fritz von der Polizeiinspektion Weiden und sein Kollege von der Pressestelle der Bundespolizeiinspektion Waidhaus, POK Franz Völkl, Antwort. "Zivilcourage - Verhalten in Bus und Bahn", hieß es zum Abschluss von "senSiwen". Seminarraum war ein fahrender Stadtbus der Firma Wies. Das Busunternehmen hatte unentgeltlich das Gefährt samt Busfahrer bereitgestellt. Kollegen der beiden "senSiwen"-Ausbilder sowie Schulwegbegleiterinnen (Schoolguards) der Sophie-Scholl-Realschule stellten sich für die einzelnen Szenarien, ob im Bus oder am Bahnhof, zur Verfügung.

Am ZOB versorgten die Teilnehmer zusammen mit Gerhard Kincl vom BRK einen Passanten, der zusammengebrochen war. Der BRK-Mann zeigte, wie der Ersthelfer den dortigen Defibrillator einsetzen kann.

Situation öffentlich machen

In den weiteren Rollenspielen ging es um Belästigung, Taschendiebstahl und eine Bedrohung mit Pistole. Die Schulwegbegleiterinnen machten die Situation öffentlich und gaben die prekäre Lagen an Busfahrer Erhard Scholz weiter, der sofort Hilfe organisierte.

"Die Schoolguards haben die Situation gelöst, indem sie die junge Frau aus der Anonymität geholt haben", lobte Völkl. "Stellen Sie Öffentlichkeit her und sprechen Sie die Leute direkt an", forderte Fritz die Senioren auf. Er wies auf Videos hin, die in den Bussen aufgenommen und 24 Stunden gesichert werden.

Aussehen sagt nichts

Nach Aussage von Völkl haben viele Senioren am Bahnhof Probleme mit dem Lösen von Fahrkarten. Polizeihauptmeister Wolfgang Schote vom Bundespolizeirevier am Bahnhof erläuterte die Vorgehensweise am Fahrkartenautomaten. "Kommen Sie etwas früher und lösen Sie in aller Ruhe die Karte." Völkl zeigte den verblüfften Seminarteilnehmern, wie schnell eine Tasche oder ein Geldbeutel verschwunden ist. "Die Ablenkung auf einen Bahnhof, auf dem viel Betrieb ist, birgt Gefahren und spielt den Taschendieben, die selten alleine auftreten, in die Taschen." Man solle es den Straftätern nicht zu leicht machen. "Am Aussehen werden Sie die Taschendiebe nicht erkennen", mahnte der Präventionsbeamte der Bundespolizei.
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