Rote Haut durch Rheuma

Das Thema "Rheuma und Haut" beleuchteten (von links) Privatdozent Dr. Jörg Schedel von der Rheumatologie am Klinikum und die Referenten Privatdozent Dr. Stefan Schanz aus Frankfurt sowie Dr. Frank Behrens aus Tübingen/Hechingen. Bild: Wirtz-Roegner

Bei Hautproblemen kann es sinnvoll sein, den Rheumatologen einzuschalten. Über mögliche Zusammenhänge ging es beim 3. Weidener Rheumatologie-Forum.

Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis sind vielfältig. Sie können fast alle Organe befallen - auch die Haut. Auf diese Tatsache wies Privatdozent Dr. Jörg Schedel beim 3. Weidener Rheumatologie-Forum hin. Der Leitende Arzt der Rheumatologie hatte in Zusammenarbeit mit dem Ärztlichen Kreisverband in die Caféteria des Klinikums eingeladen. "Rheuma und Haut - ein fachübergreifendes Problem" war das Schwerpunktthema, das auch zwei weitere Referenten beleuchteten.

Drastische Bilder

Zu den typischen Hautveränderungen, die bei einer Psoriasis-Arthritis auftreten können, zählten Schuppungen und Rötungen, erläuterte Privatdozent Dr. Stefan Schanz aus Hechingen mit teilweise sehr drastischen Bildern. Die Streckseiten von Knien und Ellenbogen, Nabel, Steißbein und Gesäßfalte sowie der behaarte Kopf seien bevorzugte Stellen. Wobei das Spektrum des Befalls von einzelnen Hautstellen bis zur großflächigen Ausbreitung reiche. In bis zu 80 Prozent der Fälle könne zusätzlich eine Nagel-Psoriasis auftreten. Sie weise auf die mögliche Beteiligung der Gelenke hin.

Die Diagnose einer Psoriasis-Arthritis sei nicht einfach, räumte Dr. Schanz ein. Geschwollene, druckempfindliche Gelenke könnten beispielsweise mit Frostbeulen verwechselt werden. Besonders schmerzvoll sei es, wenn Gelenkstrukturen durch die Entzündung verändert oder zerstört und die Funktionsfähigkeit eingeschränkt werden.

Dr. Frank Behrens von der Universität Frankfurt bestätigte die Schwierigkeiten bei der Diagnose, die leider manchmal erst nach längerem Auftreten der Psoriasis-Arthritis erfolge. Dabei sei die Behandlung in der Frühphase am effektivsten, bedauerte der erfahrene Rheumatologe. Bildgebende Verfahren wiesen bei der Diagnose entscheidende Wege. Er kündigte neue Leitlinien für die Behandlung an. "Ich bin nicht glücklich damit", schränkte er jedoch ein. Außerdem empfahl Dr. Behrens, bei diesen Patienten auch das erhöhte Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen zu beachten. Da die ideale Therapie bei Gelenkzerstörungen noch immer fehle, seien momentan 98 Substanzen gegen Psoriasis-Arthritis in der Entwicklung.

Ausführlich behandelte Dr. Jörg Schedel die Frage "Immunsuppression und Impfungen". Er sprach sich eindeutig für die Impfung aus. Auch dann, wenn Rheumapatienten mit Medikamenten behandelt werden, die das körperliche Abwehrsystem beeinflussen. Unter Immunsuppression erhöhe sich das Risiko für eine Infektion, betonte er.

Impfen keine Privatsache

Die Impfung bedeute eine Stärkung des hochkomplizierten Abwehrsystems gegenüber Erregern. Sie könne Infektionen und deren Folgen verhindern. Dabei sei Impfen keine Privatsache, sondern sie könne dazu führen, dass die Gesellschaft insgesamt immun werde. Bei Patienten mit Immunsuppression sollte dabei stets auch die Umgebung in die Impfung einbezogen werden, empfahl der Rheumatologe.
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