Rücksicht auf die Gassi-Geher

Über drei Stunden informierten CSU-Kreisverband und -Fraktion rund drei Dutzend Bürger bei der Ortsbegehung und der anschließenden Diskussion im VfB-Sportheim über das geplante Gewerbegebiet West IV. Bild: Huber

Wenn, dann ist nur nördlich der B 470 noch ein größeres Gewerbegebiet möglich. Ob die Stadt dieses Projekt anpacken soll, beschließen die Weidener am 9. November. Doch wie entscheiden? Eine Fülle von Informationen bot die CSU bei der Ortsbegehung - mit erstaunlichen ersten Forderungen der Bürger.

Da mochte etwa Stadtplaner Friedrich Zeiß noch so sehr betonen, dass es noch keine Planung gebe: Die Kritik an den Plänen, die eigentlich nur "erste Gedanken skizzieren", ist schon da. Warum muss das Gebiet so nah an die Pressather Straße rutschen, wo doch hier die vielen Gassi-Geher mit ihren Hunden unterwegs sind? Warum muss die Pressather Straße überhaupt ins Gewerbegebiet weitergeführt werden? Das bringe doch nur wieder mehr Schleichverkehr ins Wohngebiet.

Mit dem Mund gemalt

"Wir wollen planen und untersuchen dürfen, was machbar ist", warb Zeiß um ein deutliches Votum beim Bürgerentscheid. Allein, um hier Baurecht schaffen zu können, würden schon einige Jahre benötigt. Dabei brauche Weiden dringend neue Gewerbeflächen. Nach den bisherigen Grobvorstellungen solle das Gebiet etwa auf 2,5 Kilometern der Bundesstraße nach Westen folgen. Das Areal, das erst 2008 durch eine kleine Gebietsreform nach Weiden eingemeindet wurde, sei bis auf einige Einschnitte sogar "relativ eben" und damit gut bebaubar. Natürlich würden die Anliegen der Träger öffentlicher Belange sowie die der Bürger weitestgehend berücksichtigt. "Wir sind noch nicht mal am Anfang. Wir brauchen erst einmal das Bürgervotum. Was wir an Entwürfen hier zeigen, ist noch mit dem Mund gepinselt. Die Planungen beginnen erst nach einem positiven Bürgerentscheid", so Zeiß.

Fraktionschef Wolfgang Pausch, Bürgermeister und Ehrenkartellvorsitzender Lothar Höher sowie Kreisvorsitzender Stephan Gollwitzer durften sich über die rege Teilnahme an der Diskussion freuen. "Entscheidend ist, dass sich die Bürger informieren und dann, am übernächsten Sonntag, auch für das Gewerbegebiet Weiden-West IV stimmen."

Pausch versicherte, die CSU werde sich dafür einsetzen, dass die kleine, etwa sechs Hektar große Gewerbefläche, zwischen Standortschießanlage, Pressather Straße und B 470, aus dem Planungsbereich herausgenommen werde. Wichtig seien für die Stadtentwicklung die rund 70 Hektar Gewerbeflächen, die vornehmlich ab der künftigen Zufahrt von der Dr.-Müller-Straße stadtauswärts entstehen könnten. Die "Planungen" gingen auf einen CSU-Antrag vom 11. Mai 2011 zurück: Seitdem werde von der Verwaltung nach neuen geeigneten größeren Gewerbeflächen gesucht. Ergebnis: "Weiden-West IV ist unsere letzte große Chance."

Höher versicherte, es gebe kein Gewerbegebiet West IV, ohne dass die Hochwasserproblematik des Weidingbaches gelöst werde. Ein Teil des Oberflächenwassers aus dem Gewerbegebiet könne in die Schweinenaab geleitet werden, was den Weidingbach entlaste. Fall sich das Verkehrsaufkommen auf der B 470 erhöhe, müsse "die Weiding" mit Schutzwänden abgeschirmt werden. "Die Kosten trägt dann das Straßenbauamt." Auch die Verkehrsanbindung in Weiden-West sowie der Schutz der Latscher und Neunkirchener vor dem Durchgangsverkehr müssten gesichert sein. Niemandem dürfe einen Schaden erleiden, so Höher. "Gegen den Widerstand der Bürger bauen wir in Weiden nichts mehr."
Weitere Beiträge zu den Themen: Hochwasser (3437)Oktober 2014 (9311)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.