Schiedsrichter-Gruppe Weiden begeht Jubiläum
Schiedsrichter feiern

Weidens Schiedsrichter-Obmann Willi Hirsch ist Woche für Woche selbst im Einsatz. Bild: af

Die Schiedsrichter-Gruppe Weiden besteht seit 90 Jahren und feiert am Samstag dieses Jubiläum. Bei der Gelegenheit dürfen sich vor allem die zahlreichen älteren Referees auf Ehrungen freuen.

Ohne sie läuft im Fußball gar nichts, dabei sehen sich Schiedsrichter nicht selten übelsten Anfeindungen ausgesetzt. Trotzdem macht sich jedes Wochenende eine Vielzahl von Unparteiischen auf den Weg zu den Fußballplätzen, um ihrem Hobby nachzugehen.

Wenn es eine Schiedsrichtergruppe, wie die in Weiden, bereits seit 90 Jahren gibt, dann ist dieses Jubiläum Grund zum Feiern. So sieht es auch Willi Hirsch, der seit 2006 Obmann im Kreis Weiden ist. Der 59-Jährige aus Floß bezeichnet sein Steckenpferd als Vollzeitjob, den er nur ausüben kann, weil er als Pensionist die nötige Zeit dazu hat. "120 bis 130 Schiedsrichter sind pro Wochenende bei uns im Einsatz, für den Großteil davon bin ich durch die Einteilung verantwortlich", ist sich Hirsch seiner Verantwortung bewusst.

Sauerhammers Nachfolger

Willi Hirsch, von 1994 bis 2006 unter seinem Vorgänger Heinz Sauerhammer bereits stellvertretender Kreisvorsitzender, lädt alle seine Kollegen und Ehrengäste am Samstag, 15. November, ab 18 Uhr in die Max-Reger-Halle ein. Neben einem gemeinsamen Essen, den Grußworten und der Festansprache von BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher, steht die Ehrung für langjährige Schiedsrichter und die Ernennung zu Ehrenmitgliedern im Mittelpunkt des Abends.

Wie in den meisten Kreisen, so gehört auch in Weiden/Amberg eine größere Gruppe von älteren Schiedsrichtern zum harten Kern, der wöchentlich die vielen Einsätze abdeckt. Denen wird Hirsch besonders danken. Denn ohne sie wäre es schwierig, alle Anforderungen bewältigen zu können. "Fast überall droht eine Überalterung. Bei uns beträgt der Durchschnitt 43/44 Jahre.

Es mangelt zwar nicht an jungen Schiedsrichtern, aber die Mittelschicht der 25- bis 40-Jährigen ist kaum besetzt", nennt Hirsch ein gewichtiges Problem. Dass aber ehrgeizige Nachwuchsschiedsrichter schnell den Weg nach oben schaffen können, beweisen Jonas Schieder (Regionalliga) und Konstantin Scharf (Bayernliga), die zusammen mit Roman Solter (Bayernliga) die Aushängeschilder des Kreises darstellen. "Die Ausbildung und Förderung macht sich bezahlt", lobt Hirsch die seit einigen Jahren verbesserten Aufstiegsmöglichkeiten

Hirsch, sein Stellvertreter Edgar Götz, Beisitzer Walter Hanauer und Lehrwart Manfred Naber tun alles, dass junge Schiedsrichter gut ausgebildet werden und damit für ihre Einsätze fit sind. Das gilt auch für Frauen und Mädchen. So leiten Natalie King und Ulrike Schraml bereits Spiele bis zur Kreisliga, Jessica Pinzer steht auf dem Sprung dorthin. Fußballspieler und Zuschauer müssen sich daran gewöhnen, dass auch eine Schiedsrichterin bei ihrem liebsten Hobby Regie führt.

Eines bedauert Hirsch allerdings. Denn mit der Einführung des elektronischen Spielberichtsbogens (ESB) und damit dem Einzug des Computerzeitalters in der Schiedsrichterei, haben etliche ältere Kollegen die Pfeife an den berühmten Nagel gehängt. Das dürfte am Samstag aber kein Thema sein, wenn 90 Jahre Schiedsrichtergruppe Weiden gefeiert werden. Denn dann können vor allem diese älteren Schiedsrichter voll Stolz auf viele aufregende Fußballspiele zurückblicken, die sie geleitet haben.
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