Schimmel macht Sorgen

Am Ende der Beratung lachte Susanne Sperl wieder. Sie war sich sicher: "Der Energieberater Stefan Kurz kann mir helfen." Bild: Bühner

Immer mehr Bürger kommen zur Energie-Beratung der Verbraucherzentrale. Nicht selten geht das Energiesparen aber mit Schimmelbildung einher. Und dann muss schnell fachmännischer Rat her. Schließlich geht es um die Gesundheit.

(sbü) "Ich kann doch nicht den ganzen Tag das Fenster offen lassen", klagt Susanne Sperl zu Beginn des Energie-Beratungsgesprächs in der Verbraucherzentrale in Weiden. Vor drei Monaten ist die Referendarin in ihre neue Mietwohnung eingezogen. "Schon nach sechs Wochen waren die zwei Außenwände des Schlafzimmers voller Schimmel", berichtet Sperl. "Dabei heizt der Heizkörper volle Power, aber das Zimmer wird nicht warm." An den Fenstern könne es nicht liegen, denn diese seien ziemlich neu, ergänzt sie.

Ihr Sorgenpaket legt die junge Lehrerin auf den Beratungstisch von Stefan Kurz. Der unabhängige Energie-Berater steht an drei Tagen in der Woche in der Verbraucherzentrale in Weiden für solche oder ähnliche Probleme zur Verfügung. Überrascht von den Problemen Sperls war er nicht. "Denn Schimmelbildung zählt neben den Heizkostenabrechnungen zu den häufigsten Anliegen der Ratsuchenden", sagt der Bausachverständige.

Bevor er sein gesamtes Dienstleistungsangebot mit Vor-Ort-Terminen (Basis-Check, Gebäude-Check) anbietet, hat Kurz zahlreiche Empfehlungen für Sperl. Wie ein Detektiv tastet er sich Schritt für Schritt an das Problem heran und stellt dann fest, "wenn der Schimmel so rasch auftritt, muss er schon vorher in den Wänden gewesen sein und war wahrscheinlich nur oberflächlich beseitigt". Also müsse unbedingt Kontakt mit dem Vermieter aufgenommen werden. Weil die Fenster neu sind, "würde die Kondensation wahrscheinlich durch das Mauerwerk entstehen".

Kurz erklärt vieles, was auch für den Laien verständlich ist. Mögliche Zusammenhänge mit dem Kaminofen im Wohnzimmer von Sperl, Deckenisolierung und geeignete Schimmelbeseitigung sind nur einige Stichworte. Und die Lüftungsregel "3x3x3" (drei Minuten lüften, dann drei Minuten Fenster schließen und das dreimal hintereinander) wird ebenfalls erklärt. Vom stundenlangen Fensterkippen rät der Fachmann ab. Auch von fungiziden Behandlungsmethoden, denn "vielleicht ist der Schimmel weg, aber das Gift haben Sie eingeatmet". Besser seien Wasserstoffperoxid und dann Kalkfarbe.

Für die Heizung empfiehlt Kurz den "hydraulischen Abgleich" zu kontrollieren, ob die Wärme richtig im Haus verteilt werde. Die beiden einigen sich schließlich auf einen Termin für den Basis-Check vor Ort. Sperl ist schon nach dem Gespräch begeistert: "Ich kann nur jedem empfehlen zur Verbraucherzentrale zu gehen." Telefonische Terminanfragen für eine Energieberatung sind in Weiden unter der Nummer 0961/ 36 100 oder 36 152 möglich. Aufgrund der Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium fallen nur geringe Kosten an. Zum Beispiel kostet die 30-minütige Beratung 5 Euro oder der ausführliche Gebäude-Check vor Ort 20 Euro.
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