Schlangen vor der Schultür

Das Periodensystem an der Wand ist noch das alte. Neu ist die Ausstattung der Chemie-Säle. Beim "Tag der offenen Tür" öffnete die neue Schule am Hetzenrichter Weg alle Abteilungen für neugierige Besucher. Bild: uz

Die Warteschlange von Anmeldewilligen reichte hinaus zur Treppe. Die ersten waren schon um 9 Uhr hier. Obwohl der "Tag der offenen Tür" der Gustav-von-Schlör-Schule erst um 10 begann. "Das hängt sicherlich damit zusammen, dass wir ein attraktives Schulgebäude anbieten können", begründete Oberstudiendirektor Emil Gruber das große Interesse.

Weiden. (uz) Die Schule sei derart fortschrittlich, dass sogar der CO-2-Gehalt in den Klassenräumern so gesteuert werden könne, dass ermüdungsfreies Arbeiten möglich sei. "Wir sind modernst ausgestattet. Wir bieten nebenbei viele Projekte an, wie Comenius, Theater oder Kunst." Und die Leute wüssten dieses topmoderne Angebot zu schätzen.

Auch das Kultusministerium. "Wir haben eine neue Ausbildungsrichtung bekommen. Ab Herbst gibt es hier an der Schule den Zweig Internationale Wirtschaft, was oberpfalzweit einmalig sein wird und unseren Standort noch attraktiver macht." Gruber über die Auswirkungen dieses neuen, fünften Ausbildungszweigs in Weiden: "Ich gehe davon aus, dass es Anmeldungen von Schülern außerhalb unseres Einzugsbereichs geben wird."

Die FOS habe vor, mit zwei Klassen zu starten. Hauptprüfungsfach ist Internationale Betriebswirtschaft mit Volkswirtschaftslehre. Auch die Rechtskunde wird auf internationales Recht ausgelegt. Ab der Zwölften wird "International Business" bilingual unterrichtet, um Schüler fit fürs Studium zu machen. Ab sofort kommt ab der elften Klasse eine zweite Fremdsprache dazu. Damit hat ein Schüler, der nach der 12. die 13. besucht, automatisch die Allgemeine Hochschulreife in der Tasche.

Aktuell zählt die FOS/BOS 983 Schüler. "20 Prozent davon sind BOS-Schüler." Also solche, die bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen hätten. Anmeldungen würden noch bis Ende dieser Woche angenommen. Der Samstag stand ganz im Zeichen von Informationsveranstaltungen für Übertrittswillige und ihre Eltern. Dazu hatten die Abteilungen, auch die fachpraktischen, ihre Tore weit geöffnet.

Gruber unterstrich die Vorteile einer engen Zusammenarbeit mit der benachbarten OTH. Etwa die gemeinsame Nutzung der Mensa mit ihrem hervorragendem Essen zu niedrigen Preisen. Oder, dass die Schüler Vorlesungen besuchten und OTH-Professoren ihrerseits die Räume der FOS/BOS kontaktierten.

Auf diese Weise würden Schüler ganz unauffällig in den Hochschulbetrieb hineinwachsen. Gruber: "Die Positionierung der Schule neben der OTH ist ein Glücksfall, wie er in Bayern ganz selten passiert ist." Andererseits habe man durch den Neubau natürlich die Annehmlichkeiten einer Innenstadtnähe aufgeben müssen. "Ich kann halt nicht sagen: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass." Allerdings hätten die Schüler jetzt hunderte Parkplätze direkt an der Schule. "In der Stadt mussten sie täglich erheblich früher kommen, um irgendwo noch eine Parklücke zu ergattern. Im Umkreis der Schule gab es kaum Parkplätze."
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.