Schluss mit der Verschwendung

Informationen gegen Lebensmittelverschwendung: Die gab es im Landwirtschaftsamt bei der Ausstellung "Restlos gut essen". Bild: uz

Hungern muss hierzulande fast niemand. Eine Ausstellung im Landwirtschaftsamt zeigt, dass der Überfluss aber auch Schattenseiten hat.

"Denken - essen - schonen" heißt eine weltweite Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung. Wie Dr. Siegfried Kiener, der Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, bei der Eröffnung einer Sonderausstellung zum Thema betonte, soll die Kampagne Ideen für mehr Nachhaltigkeit im Ernährungsbereich liefern. Jeder im Raum sei gewohnt, zu jeder Tages- und Nachtzeit rein kühlschranktechnisch aus dem Vollen zu schöpfen. "Wir haben ein vielfältiges, ja unbegrenztes Angebot an Lebensmitteln." Für uns inzwischen eine Selbstverständlichkeit. "Rund um die Uhr ist für jeden Geschmack etwas dabei."

Grundsätzlich seien diese Voraussetzungen nicht schlecht. Ernährung sei schließlich ein Stück Lebensqualität. "Wir essen, was uns schmeckt. Und das tut uns - meistens - gut." Kehrseite der Genussmedaille: "In Bayern wirft jeder Verbraucher jährlich durchschnittlich 65 Kilogramm Lebensmittel weg. Deutschlandweit sind es 82 Kilogramm." Weltweit gehe ein Drittel aller für den Verzehr bestimmten Lebensmittel jährlich verloren.

Dies sei eine gewaltige Verschwendung der Ressource Lebensmittel, aber auch der Ressourcen in der Wertschöpfungskette - etwa Boden, Wasser, Energie und menschliche Arbeit. Da dürfe die Frage schon erlaubt sein: Darf das so weitergehen?

Mit der Ausstellung namens "Restlos gut essen", die bis Sonntag zu sehen war, könne man Lösungsansätze aufzeigen. Der Betrachter werde auf spielerische Weise interaktiv an die Thematik herangeführt. "Wir wollen ihn motivieren, sorgsamer, bewusster und schonender mit unseren Lebensmitteln umzugehen." Maria Müller stellte die fünf Module der Ausstellung vor.

Regionaldekan Manfred Strigl, Direktor des Hauses Johannistal, beleuchtete die ethischen Hintergründe der Wegwerfgesellschaft. "Wir werfen das weg, was uns wichtig ist. Wir sollten mehr Herz zeigen gegenüber der Nahrung." Der Geistliche appellierte an mehr Liebe zu den Lebensmitteln. "Denn nur was ich schätze, kann ich schützen."
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