Schnell auf die Datenautobahn

Auf einer Linie: (von links) Amtsleiter Anton Hösl, Staatssekretär Albert Füracker, Ministerialrat Peter Lauber, stellvertretender Amtsleiter Joachim Gesierich und Frank Borchardt, Leiter der Außenstelle Tirschenreuth. Bild: ca

Der Freistaat hat ein Riesenförderprogramm aufgelegt. Auch im ländlichen Raum soll das Internet schnell sein. Jede Gemeinde bekommt eine halbe Million Euro aufwärts für den Breitbandausbau. Die "üblichen Verdächtigen" im Landkreis waren als Erste am Start und sind schon fast fertig: Irchenrieth und Windischeschenbach.

Weiden. (ca) Man sollte es nicht glauben: Aber für die Verteilung der bayernweit bis zu 1,5 Milliarden Euro ist mancherorts Überzeugungsarbeit nötig. Finanz-Staatssekretär Albert Füracker berichtete am Montag in Weiden von einer Begegnung am Wochenende im Landkreis Tirschenreuth: Die betreffende Kommune ist so klamm, dass ihr sogar der Eigenanteil von 10 Prozent zu teuer ist. Füracker sagte den Gemeindevertretern: "Ohne Breitband keine Zukunft. Dann könnt ihr eure Schulden nie abbauen."

Verantwortlich für die Beratung der Stadt Weiden und der 64 Städte und Gemeinden im Landkreis Neustadt und Tirschenreuth sind die "Breitbandmanager" des Vermessungsamts. Pardon: des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung. In Weiden beraten die Chefs persönlich: Leiter Anton Hösl und Stellvertreter Joachim Gesierich. Ihre Bilanz ist erste Sahne: 57 der 65 Kommunen sind im Verfahren drin, weit über der Bayernquote von 72 Prozent. 8 Gemeinden beteiligen sich noch nicht. Mit 4 davon wird verhandelt. Die anderen 4 (darunter Schirmitz und Etzenricht) sind zu 100 Prozent eigenwirtschaftlich versorgt. Bei ihnen läuft das Internet wie geschmiert. Das tut es überall da, wo Telekom und Kabel schon schnelle Leitungen verlegt haben, also dort, wo es sich lohnt. Schwierig wird es im ländlichen Raum: Floß beispielsweise wird sein Fördergeld für Ortsteile ab vom Schuss verwenden.

Im Stadtgebiet Weiden hat die Telekom ordentlich ausgebaut, die Stadt wird mit den 620 000 Euro vom Freistaat die letzten Lücken schließen (Gewerbegebiete Weiden-West und Ortsteile wie Muglhof). Insgesamt rufen der Landkreis Neustadt/WN über 28 und Tirschenreuth über 21 Millionen Euro ab. Etwa die Hälfte der Gemeinden bekommt einen Fördersatz von 80 Prozent (wie Weiden), die andere Hälfte sogar von 90.

Für Füracker ist die schnelle Datenautobahn eine Chance gegen den demografischen Wandel. Er stammt aus dem Landkreis Neumarkt ("Südoberpfälzer, wofür ja niemand was kann") und war lange Jahre stellvertretender Landrat. Die Aufgabe des Breitbandausbaus bis 2018 sei bei den Vermessungsämtern bestens angesiedelt. "Sie haben den Kontakt zu den Gemeinden schon immer gepflegt. Von München oder Nürnberg aus ist das nicht zu bewerkstelligen."

Der Staatssekretär verschwieg nicht, dass den Vermessungsämtern die zusätzliche Aufgabe ohne zusätzliches Personal aufgedrückt worden sei. Er bat um Verständnis: Der Freistaat habe sich für den harten Weg entschieden, die Personalkosten nicht wachsen zu lassen. Dafür gab er ein Versprechen: "Eine Privatisierung kommt nicht in Frage." Amtsleiter Hösl lobte am Montag die ungeheure Motivation seiner 50 Mitarbeiter: "Das ist ein Amt, da läuft alles."
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