Schnell auf die Datenautobahn

Ohne schnelles Internet kann das beste Industriegebiet keine Investoren anlocken. Geschwindigkeit im Netz ist längst zu einem der wichtigsten Standortfaktoren geworden. Der Freistaat hat deshalb ein Förderprogramm aufgelegt. Und fast alle Kommunen in der nördlichen Oberpfalz greifen zu.

Weiden/Neustadt. (sbü) Wer es nicht glaubt, kann sich auf der Internetseite "schnelles-internet-in-bayern.de" vergewissern: Bis auf drei stehen alle Gemeinden der nördlichen Oberpfalz auf der Liste der Antragsteller für das Breitbandförderprogramm der Bayerischen Staatsregierung.

Fast alle Kommunen dabei

Anton Hösl, Leiter des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, informierte anlässlich der Präsentation einer Breitbandstudie der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz (wir berichteten) über Einzelheiten des Förderprogramms. Er zeigte außerdem auf, inwieweit es bisher umgesetzt ist.

Für ganz Bayern umfasst das Programm 1,5 Milliarden Euro. "Fast alle Kommunen in der nördlichen Oberpfalz befinden sich im Förderverfahren." Mit Ausnahme von drei Gemeinden: Schirmitz, Etzenricht und Ebnath (Landkreis Tirschenreuth). Während Ebnath zwischenzeitlich Antrag gestellt habe, gälten Schirmitz und Etzenricht als "versorgt" im Sinne der Förderrichtlinien und könnten allenfalls noch für kleinräumige Teileinheiten Fördergeld beanspruchen. Bewilligt würden Zuschüsse nur für Gebiete mit weniger als 30 Mbit Versorgungsleistung.

Hösl nannte auch die Förderkontingente für die Stadt Weiden sowie die Landkreise Neustadt/WN und Tirschenreuth. Circa 29 Millionen Euro entfallen demnach auf den Landkreis Neustadt/WN, 21 Millionen Euro auf den Landkreis Tirschenreuth und 620 000 Euro auf die Stadt Weiden. Ohne Fördergelder würde es sich für die Netzbetreiber oft nicht rechnen, schnelles Internet in den ländlichen Raum zu bringen.

Lücken schließen

"Mit den Fördergeldern werden die Wirtschaftlichkeitslücken geschlossen", erklärte Hösl den Grundgedanken des Systems. 80 oder 90 Prozent dieser Lücke finanziere der Freistaat. Den Rest müsse die jeweilige Kommune als Eigenanteil aufbringen. Errechnet werde die Wirtschaftlichkeitslücke folgendermaßen: "Gesamtinvestitionskosten abzüglich der Erträge von sieben Jahren."

Welche Anschluss-Technik eine Gemeinde wähle, "ist eine Preisfrage", sagte Hösl. "Glasfaserleitung bis zum Endkunden ist am leistungsfähigsten, weil dann Übertragungsgeschwindigkeiten weit über 50 Mbit pro Sekunde möglich sind." Zentraler Ansprechpartner für die Förderung ist das Bayerische Breitbandzentrum in Amberg. "Die Vermessungsverwaltung ist der Partner vor Ort", erklärte Hösl. Der jeweilige Verfahrensstand einer Kommune lasse sich auf der Internetseite des Breitbandzentrums ablesen. Für die Stadt Weiden sei dort zu erfahren, dass bereits der Kooperationsvertrag mit dem Netzbetreiber abgeschlossen ist.

Förderanträge können noch bis September 2018 gestellt werden. Welch hohe Bedeutung das Thema Breitbandversorgung in Bayern insgesamt habe, sei aus der Namensänderung seiner Behörde zu erkennen. Seit dem 1. August ist aus dem bisherigen Vermessungsamt das Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung geworden.
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