Schnell raus aus der Schublade

Beim "Wittgarten-Durchstich" bieten sich Fördermöglichkeiten über ein Bundesprogramm für Barrierefreiheit. Nun sollte das Uraltprojekt endlich realisiert werden, fanden die Mitglieder der Bürgerliste, der Freien Wähler und der FDP. Würde dies doch sowohl den Stadtteil Stockerhut als auch die Innenstadt aufwerten. Bild: Dobmeier

Die Pläne zum "Wittgarten-Durchstich" sind so alt wie ein richtig guter Whiskey: Allerdings sind sie ähnlich wie der wertvolle Tropfen zu schade, um im Regal zu verstauben, befanden die Vertreter der Bürgerliste. Denn dank eines Förderprogramms könnte das Schubladenprojekt nach 21 Jahren vielleicht doch noch realisiert werden.

Der "Wittgarten-Durchstich" ist eine Idee, die seit vielen Jahrzehnten Generationen von Bürgern im Stadtteil Stockerhut beschäftigt hat. Eine Idee - das war's dann aber auch schon. Als aber die Meldung von OB Kurt Seggewiß und Bundestagsabgeordnetem Uli Grötsch die Runde machte, ein Sonderprogramm des Bundes für die Schaffung von Barrierefreiheit könnte den Umbau mit 90 Prozent der Bausumme fördern, landete die Idee wieder auf dem Tisch.

Darum informierte Stadtplaner Friedrich Zeiß auf Einladung von Bürgerliste, Freien Wählern und FDP. Gemeinsam besichtigten alle die Gegebenheiten vor Ort. Wie Zeiß erläutert, soll die Siechenstraße am Bergbach "Wittgarten" als leistungsfähige Erschließungsstraße und Nordseitenzufahrt des Stadtwerkegrundstückes ausgebaut werden. Im Zuge dieser Maßnahme soll auch das Stadtwerkegrundstück von Altlasten befreit werden. Der Bach könnte offen bleiben oder verrohrt werden, da er nur eine Abzweigung des Weidingbaches darstellt.

Die Gaswerkstraße, die bislang als Zufahrt für die Stadtwerke dient, wird von der Kreuzung an der Herz-Jesu-Kirche im Zuge des Verkehrskonzeptes abgehängt. Die Höhe der Straße ergebe sich anhand des vorhandenen Wasserrückhaltebeckens. Der barrierefreie, auslaufende Weg werde in die Landschaft mit nur drei bis dreieinhalb Prozent Gefälle eingegraben.

Planungsbüro soll helfen

Bei der Bahn werde die Ablösung eines Gleises mit Prellbock beantragt. Es diente in vergangener Zeit für Züge zur Kohleverkoksung der Stadtwerke. Eine von Stefan Rank angesprochene Überführung schloss Zeiß aus, da mit einem Aufzug und der geplanten Elektrifizierung der Bahnstrecke nichts gewonnen wäre. Die Pachtverträge der Gärten an der Bahn haben übrigens kurzfristige Laufzeiten, und es könnte an weitere Parkplätze gedacht werden.

Die Anbindung des Parkplatzes am Karl-Heilmann-Block, der von der Stadt an die Witt-Gruppe vermietet ist, könnte auch erfolgen. Die Grundstücke auf dem Weg zur Sparkasse sind größtenteils in Stadtbesitz. Auf Seite der Schiller-/Bahnhofstraße soll eine trichterförmige Situation mit einladendem Eingangsbereich ohne Hinterhofsituation entstehen.

Da das Gesamtprojekt bis 2018 realisiert und abgerechnet sein muss, stelle sich das Vorhandensein eines Planes aus der Schublade, den Zeiß bereits 1995 selbst erstellt hat, als sehr hilfreich dar. Zeiß zeigte das Foto von einem ähnlichen Projekt. Er möchte wegen des Zeitdrucks die Fähigkeiten eines erfahrenen Planungsbüros aus Regenstauf nutzen.

Gut für die Kundschaft

Die Teilnehmer der Ortsbesichtigung, darunter die Stadträte Christian Deglmann, Rainer Sindersberger, Stefan Rank, Reinhold Wildenauer und Reinhard Meier, sahen Synergieeffekte für das Stockerhutgebiet, für Parkplätze und die fußläufige Erreichbarkeit der Max-Reger-Straße durch potenzielle Kunden und Berufsschüler. Es würden Wege verkürzt, und das Auto nicht mehr unbedingt benötigt.
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