Schnelle Hilfe dank Schleich

Sonst sind sie für Kabarett-Nummern bekannt. Wenn die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz fragt, werben Helmut Schleich, Martina Schwarzmann und andere Prominente aber auch gerne für die Notrufnummer 112. Bild: hfz/ILS

Es geht um 3 Ziffern und 25 teils ganz große Nummern. Um den europaweiten Notruf 112 bekannter zu machen, startet die Integrierte Leitstelle (ILS) Nordoberpfalz abermals eine Werbekampagne. Mit dabei sind viele Prominente wie Kabarettist Helmut Schleich. Der Hintergrund allerdings ist ernst.

Für die ILS mit Sitz in Weiden werfen sich 25 bekannte Persönlichkeiten aus Unterhaltung, Sport oder Gesellschaft in Pose. Zusagen für die neue Werbekampagne kamen von regionalen Größen wie Humorist Toni Lauerer. Aber auch Namen, die weit über Deutschland hinaus bekannt sind, sollen auftauchen.

Zu viel will Jürgen Meyer vorerst noch nicht verraten. Der Pressesprecher und stellvertretende Leiter der ILS steht hinter der Aktion, die sich "Die 25..." nennt. Im März hatte er schon einmal eine ähnliche Kampagne gestartet. Da warb Norbert Neugirg, Kommandant der "Altneihauser Feierwehrkapell'n", auf Plakaten, Anzeigen und Flyern für die 112. Schon damals "war die Resonanz überregional groß", sagt Meyer. Kaminkehrer orderten beispielsweise 150 000 Flyer mit Neugirgs Konterfei, die sie dann unter ihren Kunden verteilten.

"Ein Spektakel"

Die Idee zur Fortsetzung sei dann eher spontan gekommen. Meyer, der auch bei Radio Ramasuri moderiert, sprach am Rande einer Sendung mit dem Comedian und Bauchredner Sascha Grammel. Der erklärte sich kurzerhand für ein Foto bereit, bei dem er ein Plakat mit der 112 hochhält. Weitere folgten. Meyer überredete andere Gäste seiner Sendung oder passte Unterhaltungsgrößen bei Auftritten in Weiden ab: darunter die Kabarettisten Helmut Schleich, Martina Schwarzmann und Lizzy Aumeier. Außerdem fragte er Prominente wie Sportler Eric Frenzel und ein paar Hochkaräter, die aber noch geheim bleiben sollen.

Viel Überzeugungsarbeit habe er dafür gar nicht leisten müssen, sagt Meyer. Und das, obwohl keines seiner Fotomodelle Geld bekommt. Es gehe ja um den guten Zweck - und eine Gaudi seien die Aufnahmen auch. Zum Beispiel die mit dem Komödianten-Duo Volker Heißmann und Martin Rassau ("Waltraud und Mariechen"). Die zwei verrenkten sich vor der Kamera und schnitten die absurdesten Grimassen. "Das war ein Spektakel", sagt Meyer.

Aber eines mit weniger lustigem Hintergrund: Laut Umfragen weiß nur jeder fünfte Deutsche, dass der Notruf 112 mittlerweile europaweit gilt. Gebührenfrei und ohne Vorwahl. Wer dagegen erst eine andere Nummer wählt, kann im Ernstfall wertvolle Zeit verlieren (Hintergrund ).

Überraschung am Ende

Um die 112 deshalb weiter in die Köpfe der Menschen zu bringen, wird die Kampagne der ILS noch einige Zeit weiterlaufen. Meyer veröffentlicht dafür pro Woche zwei neue Fotos auf der Facebook-Seite der ILS Nordoberpfalz. Verbunden mit weiteren Infos zum Notruf und zu Hilfsorganisationen, deren Arbeit er mit der Kampagne ebenfalls würdigen will.

Das Konzept sieht zudem noch einen Höhepunkt am Schluss vor. "Wir steuern auf einen Überraschungseffekt zu." Daneben hofft Meyer, dass andere Leitstellen die Motive dieser Aktion verbreiten. Sie sei schließlich bayernweit einmalig.
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