"Schöi is in da Wei'n"

Der Weidener Volksmusikpreis geht in den Landkreis Amberg-Sulzbach: Die "Nowlreiwa" (Mitte) siegten vor den "Bäckn Moila" (links) und den "Kaltenbachsängern" (rechts). Mit im Bild die Jury, der auch OB Kurt Seggewiß (rechts) angehörte. Bild: hcz

Triumph für die Auswärtigen: Den Weidener Volksmusikpreis gewannen die "Nowlreiwa" aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach. Musikanten aus der näheren Umgebung landeten unter fern der liefen.

Alle zwei Jahre ist der Weidener Volksmusikpreis ausgelobt. Am Samstag nahmen ihn Auswärtige mit: die "Nowlreiwa" aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach. Auf den zweiten und den dritten Platz kamen die "Bäckn Moila" und die "Kaltenbachsänger" - beide aus Berg bei Neumarkt. Den acht weiteren Gruppen und Solo-Musikanten aus der direkten Umgebung blieb nur der gemeinsame vierte Platz.

In der mit etwa 350 Gästen gut besetzten Max-Reger-Halle hießen Kulturamtsleiterin Petra Vorsatz und Stadtheimatpfleger Günter Alois Stadler besonders zahlreiche Vertreter aus Politik, Kultur und Vereinsleben willkommen. Stadler stellte die Juroren vor: neben ihm und Vorsatz auch OB Kurt Seggewiß, Heimatringvorsitzenden Günther Magerl und Fritz Landgraf. Wichtig war zudem das Publikum. Sein Beifall, gemessen mit einem "Applausometer", war mit ausschlaggebend.

Lustige Couplets

Der "Irta Zwoagsang", Astrid Kriechenbauer (Rotzendorf) und Betram Erhard (Neustadt/WN), gefiel mit getragenem Gesang, begleitet von Irene Lang (Edeldorf) mit dem Akkordeon. Sie versicherten musikalisch: "Aber oans is gwieß, dass es im Böhmerwald am schönsten is". Josef Kämpf aus Eschenbach erheiterte mit seinen Couplets "Naale sitze aaf an Bankerl" und "Die heikle Gschicht". Der "Waldhauser Viergesang", benannt nach der gleichnamigen Zoiglstube in Neustadt/WN, begeisterte mit "S' Wirtshaus is a gsaßigs Ding" und "Äitz samma dou". Die mit 15 Hackbrettern einer Gitarre und einem Kontrabass größte Gruppe war "Gute Saiten - schlechte Saiten", das Hackbrett-Orchester unter der Leitung von Cornelia Gurdan aus Mantel. Die tongewaltige Formation spielte das "Girnitzer Wasserl" und "reiste" mit den Zuhörern zu einem Tanz ins "Tschechische".

Horst Peugler aus Vohenstrauß bot mit dem Akkordeon französische und danach ungarische Klänge. "Musette" und "Csardas Nr. 1" hießen die Beiträge des 80-Jährigen. Dass hohes Alter kein Hinderungsgrund ist, bei einem Musikwettbewerb mit zu machen, bewies auch Alois Lippert. Der 87-Jährige aus Tirschenreuth, der vor zwei Jahren den Volksmusikpreis gewonnen hat, gab zuerst den "Bauernkast'n" und dann den "Meisterschuss" zum Besten. Mariele Kett und Marga Roßmann, bekannt als die "Seebauer Moidln", wurden, da aus Weiden, von Publikum besonders gefeiert. Besinnliche Lieder, selbst komponiert und getextet, sind die Spezialität der beiden Schwestern.

Ein herzhaftes Plädoyer für ihre Heimatstadt gaben die "Weidener Rotkehlchen" ab. Wilhelm Moser, Karl Tabert, Richard Meier und Alois Schinabeck wussten: "Schöi is in da Wei'n". Den ersten Platz, verbunden mit einer riesigen Urkunde und einem von Stadler selbst designten Porzellanteller, belegten jedoch Gerhard Troglauer (Akkordeon) aus Poppenricht, Alwin Heim (Klarinette) aus Oberviechtach und Georg Pickel (Tuba) aus Illschwang. Sie hatten zünftige, frische Tanzmusik geboten.

"Sechs fesche Burschn"

Die Stubenmusikgruppe "Bäckn Moidla" - Kathi Bogner (Hackbrett), Brigitte Koller (Steirische), Renate Gerner (Gitarre) und Paula Höß (Bass) - hatte mit "Proubichl" einen Berg in Österreich besungen. Die "Kaltenbachsänger" - Johann Mederer, Albert Härtl, Johann Fruth, Johann Marx, Otto Büchner und Stefan Thumann - bewiesen mit "Mir han sechs fesche Burschn", dass dies stimmt.
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