Schotter fehlt

Die Wiesendorfer sind aus dem Häuschen. Nahezu aus jedem Haushalt ist ein Vertreter vor Ort, um sich über den nicht vorangehenden Ausbau ihrer Straße nach Neunkirchen zu beschweren. Die Stadtratsfraktion der Grünen bringt aber auch noch weitere brennende Themen aufs Tabet.

Von einem Jahrestag spricht Karl Bärnklau, Chef der Grünen-Fraktion im Weidener Stadtrat, der sich mit den Stadträten Gisela Helgath und Veit Wagner den Bürgern stellt. Auch die Bürgerliste ist vertreten. Bei der Bürgerversammlung am 22. Oktober 2013 in Neunkirchen hatte die Stadt den Antrag der Wiesendorfer angenommen: Diese forderten die Sanierung bzw. die Schaffung weiterer Ausweichstellen auf der Ortsverbindungsstraße von Neunkirchen nach Wiesendorf. Überraschend schnell rückte dann auch der Bautrupp der Stadt an, schüttete etwas Schotter auf "und ward dann nicht mehr gesehen". Seit einem Jahr ist Ruhe auf der Baustelle.

Doch Ruhe wollen die Wiesendorfer nicht geben. Zu gefährlich ist's auf der schmalen Straße, die auch Langholzfuhrwerke und ein stattlicherlicher landwirtschaftlicher Verkehr nutzen. Aneinander vorbeifahren ist meist unmöglich. Darum braucht's die Ausweichstellen. Besonders schlimm sind jedoch die hohen, teilweise wegbrechende Randstreifen. Radfahrer, die dort hingelangen, sind nahezu verloren, Stürze vorprogrammiert.

Während vor Ort wild über die Gründe für den stockenden Ausbau spekuliert wird, ist Bärnklau am Tag danach etwas klüger: Im Haushalt sind 40 000 Euro bereitgestellt. Allerdings muss der Bauhof noch auf das Ende der Bausaison warten, um wieder an supergünstigen Schotter zu kommen. Dann geht's weiter.

An superschnelles Internet ist in Wiesendorf offenbar noch lange nicht zu denken. Der Ausbau ist für die Telekom unrentabel. Der kleine Ortsteil hängt zudem am Manteler Telefonnetz, berichtete ein ehemaliger Telekom-Mitarbeiter. Abgehängt bleiben die Wiesendorfer auch vom öffentlichen Personennahverkehr. Es fährt nur der Schulbus. Wenigstens zwei zusätzliche Fahrten, am späten Vormittag und am späten Nachmittag, fordern die Dorfbewohner, deren Kinder oft genug von Neunkirchen "herunterlaufen" müssen.

Auf eine andere "Segnung" würden die Wiesendorfer gern verzichten, auf die Starkstromleitung. Sie werden eine "verstärkte" Leitung bekommen, die den Ort streift. Hier fordern die Bürger, dass die Trasse von der bestehen abgekoppelt und deutlich nach Westen verlegt wird. Zugleich geht die Angst um, dass die "Monster-Stromleitung" für den Ostbayernring ebenfalls zu nahe an den Ort rückt.
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