Schüler liefern statt Mathe-Arbeit ein Gangster-Video ab
Themaverfehlung mit bösen Folgen

Mit so viel Irrungen wegen einer Gruppenarbeit im Fach Mathematik hatte keiner gerechnet. Am allerwenigsten wohl die Klassenlehrerin an der weiterführenden Schule im Stadtgebiet. Sie nämlich staunte nicht schlecht, als ihr am Dienstag die Schüler stolz ihre Hausaufgaben überreichten: ein Video. Der Inhalt dieses Videos hatte aber mit Mathematik wenig gemein. Vielmehr waren darin ganz in der Manier eines amerikanischen Gangster-Rap-Clips eine Schusswaffe sowie mehrere Päckchen Rauschgift zu sehen. Obendrein hielt ein Schüler in einer Videosequenz ein Messer in der Hand und stieß wilde Drohungen aus. Das war zu viel.

Die Lehrerin verständigte die Schulleitung, diese wiederum die Polizeiinspektion. Das war der Startschuss für einen fünfstündigen Ermittlungsmarathon.

Er begann damit, dass zwei Streifenwagen zur Schule fuhren. Dort verhafteten sie einen der beiden Filmproduzenten: einen 18-jährigen Weidener. Seinen gleichaltrigen Co-Produzenten holten die Beamten zu Hause ab. Bei den anschließenden Wohnungsdurchsuchungen entpuppte sich die Schusswaffe als Spielzeugpistole und das Rauschgift als gewöhnliches Mehl. Nur das Messer war echt, ein nach dem Waffengesetz verbotenes Butterfly-Messer. Aber es war nicht auffindbar. Genauso wie ernsthafte Hintergründe für die Video-Drohungen. Die Folge: Nach einer Gefährderansprache wurden die 18-Jährigen entlassen.
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