Schülercafé: Entscheidung vertagt

Der Stadtrat gibt dem Schülercafé "Scout" noch eine Chance. Einstimmig. Der Betrieb soll nun doch ausgeschrieben werden. Ob dann auch tatsächlich ein Bewerber zum Zug kommt - das steht auf einem anderen Blatt.

"Letztes Mal haben wir die Beerdigung des Schülercafés vorgenommen", erinnerte SPD-Fraktionsvorsitzender Roland Richter. "Ich hoffe, heute erleben wir die Auferstehung." Dann doch nicht ganz: Der Stadtrat beschloss am Montag zwar, dass der Betrieb des Jugendtreffs auf der Allee für zwei weitere Jahre ausgeschrieben wird. Ausdrücklich behielten sich die Räte aber die Entscheidung über einen Bewerber vor. Dieser Beschluss soll erst Ende Juli fallen. Interessenten sollen Angebote für einen Betrieb mit Küchenkraft (Kostenvorgabe: höchstens 150 000 Euro pro Jahr) oder ohne (126 000 Euro) abgeben, ferner mit den Varianten mit bzw. ohne "Ferienpräsenz". Wie Richter erläuterte, wünscht sich die SPD die Betreuung von Besuchern auch während Ferien. Dagegen sei eine Küchenhilfe nicht notwendig.

Einige Jugendliche übergaben OB Kurt Seggewiß vor der Sitzung Unterschriftenlisten: 583 Bürger treten auf diese Weise für den Erhalt der Einrichtung ein, bei der das Kolping-Bildungswerk seit zwei Jahren Regie führt. Den jetzigen Kompromiss hatte Seggewiß in der "Elefantenrunde" von Bürgermeistern und Fraktionschefs eingefädelt. Seit der Stadtratssitzung im April hätten sich die Voraussetzungen geändert: Bekanntlich lehnte der Stadtjugendring eine Übernahme des "Scout" ab. Der CSU sei hier anderes signalisiert worden, betonte Fraktionsvorsitzender Wolfgang Pausch: "Wir wollten dem Jugendring eine Chance geben. Leider muss man sagen: Chance vertan."

Irritiert zeigten sich Gisela Helgath (Grüne) und Rainer Sindersberger (Bürgerliste), dass das Thema nach der Abstimmung im April nun schon wieder auf die Tagesordnung rückte. "Jetzt wird es wohl gang und gebe, gefasste Beschlüsse nochmal vorzulegen, wenn das Ergebnis nicht passt", orakelte Helgath. Den Unmut der übrigen Fraktionssprecher zog sich Richter zu. Denn in der "Elefantenrunde" sei vereinbart worden, dass der OB eine Stellungnahme für alle abgebe, wie Pausch und Dr. Christian Deglmann (Bürgerliste) monierten. Dennoch meldete sich Richter zu Wort - der Beginn einer einstündigen Diskussion. Am Ende bedauerten die Genossen, dass ein klares Bekenntnis des Gremiums zum "Schülercafé" ausblieb.

Mit einem Eilantrag scheiterte die Bürgerliste: Für den Ausbau der Prößlstraße , bei dem die Umlegung der Kosten für Unmut sorgte, hatte sie eine kostengünstige Variante gefordert. Baudezernent Hansjörg Bohm wies jedoch darauf hin, dass das Ausschreibungsverfahren bereits angelaufen sei.
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