Schulbus fährt gegen Wohnhaus

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Es war ein Schulbus, der am Freitagmorgen in Ransbach rückwärts gegen ein Haus fuhr, aber Kinder saßen zum Glück noch nicht drin. Das Gebäude trug allerdings tiefe Risse davon. Innen fiel der Putz von der Wand. Die 78-Jährige, die dort schlief, bekam zunächst freilich nichts davon mit.

Der RBO-Schulbus der Linie Lauterachtal - Amberg hätte die Kinder, die nach Amberg wollten, erst in Ransbach (Gemeinde Hohenburg) einsteigen lassen. Zuvor stieß der Fahrer, ein 73-Jähriger aus Kümmersbruck, mit dem Bus in der Ortsmitte zurück. Dabei kam es um 7.10 Uhr zu dem folgenschweren Unfall. Der Bus prallte zunächst gegen eine Gartenmauer und zerstörte dort den Holzzaun. Dann stieß er laut Zeugenangaben im Rückwärtsgang mit aufheulendem Motor heftig gegen die Giebelseite eines älteren Hauses, das trotz massiver Außenwand tiefe Risse davontrug. Auf der anderen Seite des Gebäudes schlief eine 78-jährige Frau, die nach Polizeiangaben von dem Aufprall gar nichts mitbekam. Sie wurde aber vorsorglich evakuiert, weil das Haus zunächst als möglicherweise einsturzgefährdet galt.

"Von der Bremse gerutscht"

Nach der Karambolage parkte der Fahrer seinen Bus etwa 30 Meter weiter neben der Straße. Als Grund für den Unfall gab er an, vom Bremspedal abgerutscht zu sein. Vor Ort war auch von einem Schwächeanfall die Rede. Der Pressebericht der Polizei nennt ebenfalls "eine plötzliche Erkrankung des Mannes" als mögliche Ursache. Rettungskräfte kümmerten sich um den 73-Jährigen und brachten ihn ins Amberger Klinikum.

Da in der ersten Meldung von einem schweren Verkehrsunfall mit Gebäudeeinsturz die Rede war, alarmierte die Feuerwehr im größeren Umkreis, so dass rund 50 Wehrleute aus Ransbach, Hohenburg, Ursensollen, Adertshausen, Kastl und Velburg (Kreis Neumarkt) vor Ort erschienen. Sie mussten dann aber lediglich etwas Öl binden, das aus dem beschädigten Bus austrat.

Da der tatsächliche Zustand des Wohnhauses mit seinen tiefen Rissen in der Fassade zunächst unklar war, wurde das Technische Hilfswerk Amberg alarmiert. Es hätte mit seinem Einsatzgerüstsystem das Haus stabilisieren können. Als jedoch ein Statiker nach einer eingehenden Untersuchung das Gebäude als nicht akut einsturzgefährdet einstufte, musste das THW doch nicht eingreifen. Stattdessen erhielt eine Baufirma den Auftrag, eine Mauer im Erdgeschoss vorsorglich abzustützen.

Über 60 000 Euro Schaden

Den Schaden am Haus gibt die Polizei nach ersten Schätzungen mit rund 50 000 Euro an, bei der Gartenmauer sind es etwa 2000 Euro. Der weitgehend demolierte Heckbereich des Busses dürfte mit circa 10 000 Euro zu Buche schlagen.
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