Schutzengel für Schüler

Neue Helfer auf dem Schulweg: 31 junge Leute ließen sich zu "Schoolguards" ausbilden. Dafür bekamen sie nun viel Lob und Urkunden. Bild: hfz

Brenzlig wird's leicht mal auf dem Schulweg. Bevor die Lage eskaliert, schreiten "Schoolguards" ein - junge Helfer, die wissen, wie sie wieder für Ruhe sorgen können. Ein starker Einsatz. Und stark zeigt sich dabei vor allem ein Geschlecht.

Gestatten, Lisa Demleitner. 13 Jahre alt. Sophie-Scholl-Realschülerin. Und Spezialistin für knifflige Situationen. Die Jugendliche ist eine von 31 jungen Leuten aus der Sophie-Scholl- (27 Jugendliche), der Hans-Scholl-Realschule (1) und der Pestalozzi-Mittelschule (3), die sich seit April über mehrere Wochen hinweg zu "Schoolguards" ausbilden ließen. Dafür bekamen sie nun im Neuen Rathaus eine Urkunde.

Sie alle haben sich freiwillig dazu bereit erklärt, auf dem Weg zur Schule in Bussen, Bahn oder auf Straßen für Sicherheit zu sorgen. Zum Beispiel wenn es zu Rangeleien unter Schülern oder auch zu Konflikten zwischen Jugendlichen und Erwachsenen kommt. Warum Lisa mitmacht, erklärt sie ganz einfach: "Weil es Spaß macht zu helfen." Auch bei ihren Mitschülern komme das Engagement gut an, erzählt sie. "Sie sind froh, das jemand da ist."

Vieles gelernt

Da sein: Das haben die Jugendlichen bei ihrer Ausbildung von Willi Fritz von der Polizeiinspektion (PI) und Klaus Rast von der Bundespolizei gelernt. Sie erfuhren beispielsweise Allgemeines über Gewalt oder wie Deeskalation funktioniert. Auch Selbstbehauptung - ohne körperlichen Einsatz, nur mit Mimik, Gestik und Stimme - stand auf den Stundenplan.

Ihren Hut vor dem Einsatz der Schüler zogen bei der Urkunden-Übergabe PI-Chef Klaus Müller und der Leiter der Bundespolizeiinspektion Waidhaus, Uwe Landgrebe. Auch Oberbürgermeister Kurt Seggewiß sprach seinen "herzlichen Dank für das Engagement aus". Er sehe ja an Wochentagen selbst vom Rathaus aus, wie viele Schüler unterwegs seien. Da sei klar, dass es mal zu Konflikten komme. Umso besser, wenn sich dann jemand um Sicherheit kümmert.

Eine kleine "Schoolguard"-Ehrenspange als Dankeschön überreichte der OB auch an Oberkommissar Fritz, der das Training 2006 mit Rast mit initiiert hatte und es derzeit zusammen mit Franz Völkl von der Bundespolizei betreut. Seit dieser Zeit haben sich mehr als 200 junge Leute ausbilden lassen. Aktuell sind rund 80 im Einsatz, um sich um die bis zu 5000 Schüler kümmern, die mit Bus und Bahn zum Lernen nach Weiden fahren. Außerdem läuft aktuell noch ein "Schoolguard"-Kurs für Wirtschaftsschüler.

Mädchen in der Mehrheit

Auffällig ist, dass sich überwiegend Mädchen für das Ehrenamt begeistern lassen. Sie stellen rund zwei Drittel aller "Schoolguards". Den Einsatz der Jungs schmälert das natürlich keineswegs. Bemerkenswert ist es freilich trotzdem. Auch wenn Fritz über die Gründe nur spekulieren kann. Vielleicht, weil sie sozialer denken und Jungen in diesem Alter manchmal noch nicht so weit sind, vermutet er. Vielleicht aber auch, weil sie viel stärker sind als das viele glauben. Lisa Demleitner ist dafür jedenfalls nur ein Beispiel von vielen.
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