Schwemmers Schul-Aufgabe

Oberstudiendirektor Anton Schwemmer (mit Ehefrau Gabi) ist am Donnerstag in den Ruhestand verabschiedet worden. Mit auf dem Bild (von links hinten): Ministerialbeauftragter Paul Lippert, OB Kurt Seggewiß und der Eschenbacher Bürgermeister Peter Lehr. Bild: Hartl

Viele Worte gab's zum Abschied: warmherzige, emotionale, wohltuende, lustige, ehrliche. Und dann natürlich das sogenannte "letzte Wort", für Oberstudiendirektor Anton Schwemmer das letzte Mal, zumindest am Elly-Heuss-Gymnasium. Das fiel zu seiner Verabschiedung noch einmal sehr deutlich aus.

Harfen- und Flötenmusik, Klavier, der Chor des Elly-Heuss-Gymnasiums unter Leitung von Katharina Bernet: Das Programm war sehr harmonisch zum Abschied von Schulleiter Anton Schwemmer. Und auch der Elternbeirat mit dem Vorsitzenden Bernhard Stangl hatte sich bis hin zum Auftritt als Chor einiges einfallen lassen. Viele Namen wurden genannt, viele Freundschaften betont.

Am spannendsten waren dann doch die Aussagen des Oberstudiendirektors, der Lehrer als tollen Beruf bezeichnete, den er sofort wieder wählen würde. Aber auch Schulleiter? Seine Antwort war ein ehrliches "Ich weiß es nicht ...". Er habe die fünf Jahre am "Elly" nicht bereut und sich wohlgefühlt, der Traumberuf sei's aber nicht gewesen. Schwemmer haben die Diskussionen um die Schularten belastet, der ständige Konkurrenzkampf. Früher sei das Gymnasium das Flaggschiff gewesen. Heute müsse man es ständig verteidigen und sich rechtfertigen.

Ums "Elly" kämpfen

Insgesamt sei er aber sehr dankbar, sagte Schwemmer. Sein Wunsch für die Zukunft richtete sich an seine Nachfolger. Diese sollten für das "Elly" als eines von zwei staatlichen Mädchen-Gymnasien in Bayern kämpfen und die einzigartige Atmosphäre bewahren.

Auch im Namen des Eschenbacher Bürgermeisters Peter Lehr dankte OB Kurt Seggewiß dem Direktor. Eschenbach und Weiden hätten ihm einiges zu verdanken. Aber auch der OB fand kritische Töne zum Schulsystem. "Contenance" sei ebenso wichtig wie Kontinuität. Man solle den Schülern mehr Zeit lassen, um zu reifen. G 8 müsse nicht sein, auch nicht der Bachelor nach drei Jahren. Man müsse die Kinder auch mal in Ruhe lassen, ihnen Zeit geben zu lernen.

Der Ministerialbeauftragte, Leitender Oberstudiendirektor Paul Lippert, nannte den Freund einen geschätzten Ansprechpartner, fördernd, aber auch fordernd. Er erinnerte an Schwemmers Schulzeit in Eschenbach, an sein Referendariat am "Augustinus" und die 32 Jahre als Lehrer in Eschenbach, bevor er 2010 ans "Elly" wechselte. Ein langes Ringen sei vorangegangen, zitierte Lippert aus dem "Neuen Tag". Das gute Klima im Kollegium habe geholfen.

Pädagogische Graswurzelarbeit habe Schwemmer betrieben, würdigte stellvertretender Schulleiter Friedrich Wölfl schon zur Begrüßung den Scheidenden. Der Vorsitzende des Elternbeirats, Bernhard Stangl, bescheinigte Schwemmer, viele Spuren hinterlassen zu haben. Man werde ihn nie vergessen. Die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, Dr. Susanne Holzgartner, rühmte die besondere "Elly"-Atmosphäre, die den Schülerinnen beste Startmöglichkeiten mitgebe.

Offene Ohren und Türen

Sowohl Stephan Gilch, der Vorsitzende des Personalrats, als auch die Schülersprecherinnen Luisa Beinrucker, Maria-Pilar Lindner und Antonia Ostermeier wiesen auf das immerwährende Verständnis des Schulleiters hin. Seine Ohren und Türen seien immer offen gewesen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.