Schwierige Klientel, weniger Geld

"Wir stoßen an Grenzen." Walter Wildenauer, Teamleiter im Jobcenter Weiden-Neustadt, macht das Dilemma deutlich: "Unsere Klientel wird zunehmend schwieriger. Wer arbeiten konnte und zu motivieren war, ist weg." Langsam verfestige sich ein harter Kern von Langzeitbeziehern, der tatsächlich nicht beschäftigungsfähig sei - krankheitsbedingt oder weil es keine entsprechenden Maßnahmen gebe. Bei den 25- bis 35-Jährigen spielen zum Teil Drogen eine Rolle. Manche junge Dame flüchte in die Mutterschaft. "Wir sind ein Reparaturbetrieb mit einer relativ kleinen Auswahl an Werkzeugen." Wildenauer wünscht sich noch mehr Koordination mit anderen Einrichtungen.

Doch hier stellt der Datenschutz ein Hemmnis dar, machte Datenschutzbeauftragte Monika Reichel klar. "Wir sollen helfen, dürfen aber eigentlich nicht wissen, welche Krankheit der Kunde hat oder welche familiären Probleme." Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht (CSU) regte auch hier ein Modellprojekt an. "Die Arbeitsmarktinitiative könnte bestimmte Problemfälle aussuchen, bei denen spezielle Maßnahmen Erfolg versprechen." Über die Ministerien lasse sich dann die Finanzierung eines Modellprojektes klären. SPD-Bundestagsabgeordneter Ulrich Grötsch empfahl hier, nach Vorbildern in anderen Städten zu suchen. "Wir müssen nicht immer das Rad neu erfinden."

Über finanzielle Probleme informierte Controller Markus Schulz die Gäste. Der sogenannte Eingliederungstitel - Mittel, die für berufliche Weiterbildung oder Zuschüsse zur Integration in den Arbeitsmarkt fließen - ist seit 2010 drastisch gesunken: Von 5,4 auf 1,9 Millionen Euro. Geschäftsführer Wolfgang Hohlmeiers Wunsch an die Politik lag damit auf der Hand: "Wir bräuchten mehr Geld." (ps)
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