Schwierige Rahmenbedingungen drücken auf BEON-Rendite
Einlagen warten auf Projekte

Das Vorstandsgremium und OB Kurt Seggewiß begrüßten als neues Aufsichtsratsmitglied Reinhard Meier (rechts). Weiteres Neumitglied im Aufsichtsrat ist Michael Bihler. Bild: Dobmeier
(rdo) Die Kasse der Bürgerenergie Oberpfalz Nord eG (BEON) ist prall gefüllt. Aber angesichts der staatlichen Kürzungen bei der Einspeisevergütung für Solaranlagen wird die Rentabilität kleiner. Die Komponente Eigenstromverbrauch, die ein Projekt derzeit erst rentabel macht, zieht einen hohen Verwaltungsaufwand mit vielen Einzelverträgen bei öffentlichen und privaten Vorhaben nach sich.

Bei der Generalversammlung im DJK-Sportbistro nannte Aufsichtsratsvorsitzender Matthias Rösch in Vertretung des erkrankten Vorsitzenden Roland Franz die hohe Eigenkapitalquote von 64 Prozent. Man prüfte im letzten Geschäftsjahr zwei PV-Freiflächen bei Trabitz und Neusorg, auf Kindergartendächern und auf der Grundschule Pirk. Von einer Windkraftanlage nahm man wegen Renditerisiken Abstand. Technischer Vorstand Hubert Hösl berichte vom Vorhaben der Installation eines Schneefanggitters an der Pestalozzi-Schule. Die Sonnenausbeute zur Solarstromerzeugung laufe auf Vorjahresniveau.

Finanzvorstand Martin Lang erhielt Zustimmung zum Jahresabschluss. Die Genossen stimmten einer Ausschüttung von 2,5 Prozent zu. Ein Anteilseigner stellte hohe Verwaltungskosten von 30 Prozent in Frage, wodurch die angedachte Rendite von vier Prozent nicht erreicht werde. Die Vorstände begründeten dies mit großem Aufwand der Abrechnung der vielen kleinen Anlagen. Die Genossenschaft verfügt über 307,11 Kilowatt Peak an Solar-Dachflächen.

Energie aus Grüngut

Um größere Projekte angehen zu können, etwa eine Windkraftanlage, kam bei einer Mitgliederbefragung ein Zusammenschluss mit der Zukunftsenergie Nord-Oberpfalz (ZENO) ins Spiel. Nach der Generalversammlung der ZENO nächste Woche werden Gespräche anberaumt. Die Umfrage zeigte auch den Umweltgedanken der einzahlenden Genossen. Eine Investition könnte eine Biogasanlage aus Grüngutabfällen der Nordoberpfälzer Kommunen und Bürger sein, die nach der gesetzlichen Vorschrift Biotonnen in allen Gebietskörperschaften vorsieht.

"Wir wollen Energie und Wertschöpfung nicht in Bulgarien oder der Ostsee, sondern in unserer Region", sagte OB Kurt Seggewiß. Alexander Radlbeck, zweiter Bürgermeister von Pirk, sah die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land bei der Energieerzeugung als wichtig. Mit Energie vor Ort würden Stromtrassen überflüssig.

Der Dank galt Ralf Möhrle, der auf eigenen Wunsch als Aufsichtsrat ausschied. Neugewählte Aufsichtsratsmitglieder sind die Stadträte Reinhard Meier und Michael Bihler. In Erwartung neuer Flächen durch Beteiligung am Solarpark Hütten kamen neue Gelder zum Genossenschaftsvermögen. Aber Ralf Möhrle und der damalige Aufsichtsratsvorsitzende Hans Blum ließen wegen der Verschleierung der Zahlen in Verantwortung für BEON die Finger davon. Rösch konnte sich nach der Versammlung durch neue Projekte und eine starke Fusion den Erhalt der Renditewünsche vorstellen.
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