Sedanstraße noch nicht sperren

Die Test-Sperrung der Innenstadtspange, der Sedanstraße, wird der Bauausschuss am Donnerstag vermutlich erneut verschieben. Bild: Hartl

Und plötzlich ist alles wieder ganz anders: Die Sedanstraße bleibt auch zu Beginn des neuen Jahres offen. Damit wirft die Stadt den Beschluss vom Frühjahr über den Haufen. Zu groß wären die Komplikationen, aber auch zu verfälscht wären die Ergebnisse der bisher geplanten "Testsperrung" der Innenstadtspange.

Der Schock über die Auswirkungen der Sperrung am Dänner-Eck wirkt immer noch nach. Die Innenstadt-Händler hatten vor und nach Ostern auf breiter Front über massive Umsatzeinbrüche geklagt. Die zunächst auf Sommer anberaumte Test-Sperrung der Sedanstraße war deshalb auf die Jahreswende verschoben worden. Allerdings sei jetzt schon absehbar, dass der Testbeginn Anfang 2016 wegen eventueller zeitnaher bzw. paralleler Straßensperrungen kritisch sei, die wiederum im Zusammenhang mit dem Bau der Stadtgalerie stehen, zum Beispiel Bauzaun oder Kanalbauarbeiten.

Nahezu beiläufig kündigt die Stadtverwaltung die Verschiebung der Sperrung der sogenannten "Innenstadtspange" in ihrem Bericht zum "Integrierten Innenstadtentwicklungskonzept" an, der am Donnerstag im Bauausschuss vorgelegt wird. Den Anstoß, zunächst ein "begleitendes Konzept" mit Ist-Analyse und Handlungsempfehlungen für die Max-Reger-Straße in Auftrag zu geben, gab schon im Frühjahr die CSU-Fraktion. Deren Antrag stimmte der Stadtrat im April mit der Maßgabe zu, dass die Cima Beratung + Management GmbH die gesamte Innenstadt, einschließlich Allee, untersuchen solle. Die Verwaltung diskutierte mit der Cima und weiteren Experten die Möglichkeit, weitere Fachdisziplinen zu integrieren. Ziel soll es sein, ein integriertes Innenstadtentwicklungskonzept, einen "Masterplan Innenstadt", zu erarbeiten.

Masterplan Innenstadt

Dabei wurde immer wieder deutlich, dass die vorrangige Betrachtung der Thematik "Einzelhandel" der Intention einer nachhaltigen Innenstadtentwicklung nicht gerecht werden kann: Neben dem Einzelhandel und Dienstleistungsstandort sei gerade die künftige Bedeutung der Innenstadt als Wohn- und Arbeits-, Bildungs-, Freizeit-, Kultur- und Tourismusstandort sowie als räumlich-sozialer Mittelpunkt der Gesamtstadt und der Stadtgesellschaft zu bestimmen. Dazu gehörten untrennbar Grün- und Freiflächen, Mobilität und Verkehr, Barrierefreiheit sowie Stadtbild und Aufenthaltsqualität.

Dieser Masterplan könne gut auf bereits bestehende Konzepte und Gutachten aufbauen, meint die Verwaltung. Und dafür liegt schon eines in den Schubläden, das seit geraumer Zeit nicht mehr angeschaut wird. Zum Beispiel das etwa fünf Jahre alte städtebauliche Entwicklungskonzept mit integriertem Einzelhandels- und Standortkonzept oder das "gesamtstädtische Verkehrskonzept", das auch Radfahrern und Fußgängern zu ihrem Recht verhelfen will.

Ad-hoc-Projekte

Wesentlicher fachlicher Input sei über Expertengespräche sicherzustellen, regt die Stadtverwaltung an. Es sei zudem anzustreben, möglichst schnell "Ad-hoc-Projekte" umzusetzen. Die Verwaltung schätzt die Kosten für ein derart umfassendes Werk auf 80 000 bis 120 000 Euro. Von der Regierung werde die Aufstellung eines integrierten Innenstadtentwicklungskonzepts ausdrücklich begrüßt. Prinzipiell stellt sie hierfür Mittel der Städtebauförderung in Aussicht.
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