Segel für Seerestaurant gesetzt

Das Seerestaurant in Weiden am See wird im nächsten Jahr abgebrochen und zu einer modernen Anlage für Bade- und Segel-Touristen aufgewertet. Die Gemeinde will dadurch vor allem den Winzern und Übernachtungsbetrieben unter die Arme greifen. Bild: Wieder

Die "Lindner-Brüder" hatten vorgefühlt. Erfolglos. Denn dieses Projekt ist mindestens zwei Nummern zu groß für die umstrittenen Gastronomen-Brüder, die durch die Welt vagabundieren: Beim Neubau des Seerestaurants in der Partnergemeinde Weiden am See kommen renommierte Einheimische zum Zug.

Der Pachtvertrag von Luis Rechberger wäre noch vier Jahre gelaufen. Überraschend kündigte der 58-jährige Hotelier. Seine Betriebsnachfolge ist noch nicht gesichert. Er will sich aus dem Restaurant-Bereich zurückziehen, sich auf sein Hotel und Catering konzentrieren. Seine Vertragskündigung öffnet der Gemeinde die Türen zu einem Projekt, das den lahmenden Tourismus nach vorne katapultieren kann.

Beim Besuch der Max-Reger-Städter am Wochenende stellten Bürgermeister Wilhelm Schwartz und Verwaltungsleiter Oberamtsrat Erwin Regner das Projekt vor, zu dessen Begleitung die See-Weidener den bekannten österreichischen Tourismusexperten Prof. Peter Zellmann ins Boot holten. Am 29. Oktober wählte der Gemeinderat aus den beiden besten Vorschläge seinen Favoriten. Dieser Beschluss wurde am Donnerstag rechtskräftig, da es keine Widersprüche oder Klagen gab. Am 16. November wird in einer großen Bürgerversammlung im Winzerkeller das neue Seerestaurant vorgestellt. Dabei können die See-Weidener Wünsche und Anregungen einbringen.

Das 40 Jahre alte Gebäude im Seepark wird 2016 abgebrochen. Nach den Plänen der Neusiedler Architekten Halbritter und Hillerbrand entstehe der moderne Ersatzbau zweigeschossig: ebenerdig u. a. mit einem Restaurant für Badegäste und Segler. Oben wiederum ist ein weiteres Restaurant für Veranstaltungen wie zum Beispiel Hochzeiten und Tagungen vorgesehen. Dazu gibt es mehrere Bars, davon eine überdacht im Außenbereich, sowie einen Beach-Club, Terrasse (teilweise überdacht). Auf dem breiten Steg reihen sich zehn Lounges auf. Die Parkplätze werden neu organisiert, um rund 200 erweitert und künftig auch bewirtschaftet.

Ganz moderne Akzente setzt der künftige Bootshafen. Er schneidet tief in die Liegewiesen ein, holt das Wasser direkt ans Restaurant, so Erwin Regner. An der neuen "Marina" gehen bis zu 30 Boote vor Anker. Auf dem Neusiedler See sind rund 7000 Boote unterwegs. "Und die sollen auch zu uns kommen."

Überzeugend, so meint Bürgermeister Wilhelm Schwartz, sei das Betriebskonzept im Seerestaurant. Die Investoren versuchen im engen Schulterschluss mit den Winzern und in Kooperation mit den Beherbergungsbetrieben, den Tourismus anzukurbeln und die Betten besser auszulasten.(Hintergrund)
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