Seggewiß sagt Sorry

OB Kurt Seggewiß betont, dass er die Aussagen über Heiner Schreml bedauert. Nachdrücklich hatte Architekt Schreml (rechts) eine Entschuldigung gefordert. Bilder: Hartl/Götz

Die Chance war zunächst vertan. Beim Vier-Augen-Gespräch wollten Architekt Heiner Schreml und OB Kurt Seggewiß wieder ins Reine kommen. Doch das Treffen lief nicht wie geplant. Die Fronten waren verhärtet, die Regierung wurde eingeschaltet. Und dann überrascht Seggewiß.

"Vom Oberbürgermeister muss das Wort ,Entschuldigung' kommen, sonst geht nichts mehr", betont Architekt Heiner Schreml. Vor inzwischen fünf Wochen habe Seggewiß die Vertreterversammlung der Volksbank missbraucht, um eine Attacke gegen ihn zu reiten, meint Schreml. "Das war eine Entgleisung." Er fühle sich von Seggewiß beleidigt, der ihn als "Verhinderer der geplanten Stadtgalerie" hinstelle, ihm vorwerfe, im Auftrag eines Unbekannten zu handeln. Als Beleidigung fasst der Architekt vor allem die Äußerung von Seggewiß auf, Schreml gehöre an den Pranger am Alten Rathaus.

Gegen "diese beleidigenden Vorwürfe" hatte sich Schreml durch zwei Briefe an den Oberbürgermeister zur Wehr gesetzt, ihm aber auch seine Bereitschaft zu einem Vier-Augen-Gespräch angeboten.

In der vergangenen Woche trafen sich die Kontrahenten. Anhand von Briefen an die Fondara-Vorstände und von Leserbriefen erklärte Schreml, dass er "schon immer, lange bevor ein Investor auf den Plan trat, ein Befürworter und niemals ein Verhinderer eines Einkaufszentrum war und ist". Die geplante Größe und die architektonische Gestaltung bereiteten ihm jedoch größte Sorge. Oberbürgermeister Seggewiß bedauerte im Gespräch außerordentlich, dass durch die - seiner Meinung nach - missverständlichen Äußerungen Unruhe entstanden sei und Schreml sich dadurch beleidigt fühle.

Allerdings löste der weiteren Wortlaut der vereinbarten gemeinsamen Presseerklärung erneuten Streit aus: Die von Schreml geforderte ausdrückliche Entschuldigung fand sich dort nämlich nicht wieder. Der Architekt schaltete inzwischen die Rechtsaufsicht der Regierung ein. Er erwägt eine Dienstaufsichtsbeschwerde und prüft eine zivilrechtliche Klage.

Am Montag ging der Oberbürgermeister einen wichtigen Schritt auf Schreml zu. Gegenüber dem NT erklärte er: "Falls sich Heiner Schreml von mir beleidigt fühlt, entschuldige ich mich gerne bei ihm. Ihm nahezutreten, lag nie in meiner Absicht. Jeder von uns hat zu bestimmten Dingen seine eigene Meinung. "
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