Seggewiß zur Partnerschaft - Rolf Schmidt blickt zurück
Ein Glücksgriff

Erst erneuerten sie bei einem Festakt zum 25-jährigen Jubiläum im Neuen Rathaus die Partnerschaft der beiden Städte Weiden und Annaberg-Buchholz. Dann enthüllten die Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (rechts) und Rolf Schmidt (Mitte) am Annaberg-Buchholz-Platz (vor K+L Ruppert) die neuen Schilder. Diese hat der Partnerschaftsverein spendiert. Mit im Bild Vorsitzender Joachim Strehl. Bild: Wilck
Oberbürgermeister Rolf Schmidt aus Annaberg-Buchholz hielt keine Festrede. Zur Feier der 25-jährigen Partnerschaft mit Weiden am Samstag war ihm eher danach, Geschichten zu erzählen. So berichtete er im Neuen Rathaus, dass er in der FDJ war, Elektroinstallateur gelernt hat, sein Haus fast fertiggebaut war, er Maschinenbau studieren wollte und nur noch 5 Jahre auf den bestellten Trabant warten musste. Doch dann fiel diese Mauer, an der er als Soldat der Nationalen Volksarmee die DDR "geschützt" habe.

"Was wäre, wenn?"

Heute, da 36 Beschäftigte in seiner Fensterbaufirma Arbeit finden und er seit vier Wochen auch noch Stadtoberhaupt ist, spricht er von Wahnsinn und stellt sich oft die Frage: "Was wäre, wenn er geschossen hätte, damals?" Hat er aber nicht. So bleibt die Frage unbeantwortet im Raum, ist ihm aber wohl Ansporn, noch engagierter gegen Vorurteile und Mauern jeder Art anzukämpfen. Die Partnerschaft will Schmidt noch stärker in die Mitte der Bürgerschaft tragen. "Es muss Spaß machen, sich gegenseitig zu besuchen." Und so regt der sächsische OB an, sich am 2./3. Oktober zum Tag der Einheit regelmäßig bei Festwochenenden zu treffen. Annaberg-Buchholz will in diesem Jahr gleich den Anfang machen.

Für OB Kurt Seggewiß war die damalige Entscheidung, Annaberg-Buchholz als Partnerstadt zu erwählen, ein Glücksgriff. Das 25. Jubiläum stehe sinnbildlich für erfolgreiche Begegnungen in Europa und dafür, wie Freundschaften helfen, Grenzen zu überwinden. Und die friedlich und mutig erkämpfte Einheit bleibe ein Segen für unser Land.

Kultur als Bindeglied

Seggewiß betonte aber auch, dass noch viel zu tun sei, wozu man viel Tatkraft und Engagement brauche. Ein wichtiges Bindeglied ist für den OB die Kultur. Sie mache tolerant und frei und lasse andere auf ihre Weise leben.
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