Selbstständige Chauffeure klagen: Neue "Taxi Zentrale" kostet viele Aufträge - Ärger wegen ...
Einzelkämpfer ausgebremst

Weidens Taxi-Welt ist seit 1. April zweigeteilt. Neun Selbstständige konkurrieren mit der neuen "Taxi Zentrale". Bild: Hartl

Den Zeitpunkt, als die Aufträge weniger wurden und die Umsätze einbrachen, können Günther Lachmeyer und Christian Richter genau festmachen: 1. April 2015. Es war der Tag, an dem die "Taxi Zentrale Weiden" an den Start ging, die vereinigte Firma der bis dahin vier größten Taxiunternehmer der Stadt. Lachmeyer und Richter gehören ihr nicht an, sind zwei von neun Einzelkämpfern. Die, klagt Lachmeyer, steuerten jetzt in den Ruin. Wegen der "Taxi Zentrale".

"Die Leute meinen, es gäbe nichts anderes mehr", sagt der Chauffeur. Für ihn kein Wunder: Das Wort "Zentrale" signalisiere ein Monopol. Die Werbung hält er daher für "unzulässig und irreführend", nicht ausschließen will er rechtliche Schritte. Die neun selbstständigen Taxiunternehmer (mit insgesamt 13 Autos) müssten derzeit Umsatzeinbußen von 70 bis 80 Prozent hinnehmen. Viele ehemalige Stammkunden würden sich mittlerweile an die "Taxi Zentrale" wenden. "Weil sie meinen, sie vermittelt Aufträge auch an uns." Wie Richter und Lachmeyer betonen, sprächen sie auch für ihre sieben selbstständigen Kollegen.

Zur "Taxi Zentrale Weiden" haben sich die Unternehmen Fischer, Metzger, Feiler und Hefner zusammengeschlossen, um dem verschärften Kostendruck in der Branche zu begegnen. Die GmbH mit Sitz in Frauenricht beschäftigt rund 60 Mitarbeiter. "Es lag nie in unserer Absicht, irgendjemanden kaputtzumachen", beteuert Gesellschafter Georg Feiler. "Wir wollten es für uns nur etwas leichter haben."

Nicht zu rütteln sei am Namen "Taxi Zentrale". Es handle sich um keinen rechtlich geschützten Begriff. Feiler: "Wir haben das natürlich von einem Rechtsanwalt prüfen lassen." "Taxi Zentralen" gebe es in vielen größeren Städten - in München, zum Beispiel, sogar mehrere. Der Gesellschafter betont, dass sich andere Taxiunternehmer noch der GmbH anschließen können, "wenn sie Geld mitbringen".

Beim Start der "Taxi Zentrale Weiden" war übrigens noch etwas Sand im Getriebe. Feiler räumt Anfangsschwierigkeiten ein - teilweise hätten Kunden etwas länger warten müssen. "Inzwischen läuft's aber reibungslos."
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