Seminar in Trauschendorf: Abgeordnete Annette Karl und Uli Grötsch diskutieren mit Oberpfälzer ...
Wer Energiewende will, braucht Leitungen

"Eine klare Strategie der bayerischen Energiepolitik ist nicht erkennbar", wetterte Landtagsabgeordnete Annette Karl. Mit der 10-H-Regelung habe Ministerpräsident Seehofer die Windkraft für Bayern ausgebremst. Dadurch gebe es praktisch keine Ausbaumöglichkeiten mehr für die dezentrale Stromversorgung. Dies merkte die Abgeordnete bei einem Seminar der Jusos in Trauschendorf an.

Im Naturfreundehaus war der SPD-Nachwuchs aus der Oberpfalz zu einem Seminar zusammengekommen. Eingeladen hatten der Juso-Unterbezirk Weiden und der -Bezirksvorstand Oberpfalz. Insbesondere die Diskussion um den Bau von Stromtrassen und deren Notwendigkeit für die Energiewende beschäftigte die Teilnehmer. Karl: "Wer die Energiewende will, wer auf Braunkohle und Atomenergie verzichten will, muss Leitungen in Kauf nehmen."

Für gerechte Steuerpolitik

Mit MdB Uli Grötsch diskutierten die jungen SPD-Mitglieder über die Verteilungsgerechtigkeit. "Es gibt wenige Menschen bei uns in Deutschland, die aber den Großteil des vorhandenen Vermögens besitzen. Diese Menschen müssen durch eine gerechte Steuerpolitik stärker für die Finanzierung etwa des Bildungsbereichs oder des Gesundheitssystems herangezogen werden", erklärte er. Grötsch war sich mit den Jusos einig, dass etwa eine Finanztransaktionssteuer, ein Anheben des Spitzensteuersatzes und die verstärkte Fahndung nach Steuerhinterziehern notwendig sind, um gerechte Verteilung zu schaffen.

Vor dem Hintergrund des 70. Jahrestages zur Befreiung des KZ Auschwitz rückte auch das Thema Rechtsextremismus in den Fokus. "Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, in der Toleranz gegenüber jedem Menschen gelebt wird - unabhängig des Geschlechts, der Herkunft, Religion oder anderer Dinge", betonte Juso-Bezirksvorsitzende Carolin Hagl. Dass dieser Zustand leider noch nicht erreicht ist, macht sich nach Meinung der Jusos auch an den Pegida-Demos bemerkbar. Aber: "Die meisten Menschen gerade auch in der Oberpfalz heißen Flüchtlinge willkommen und bringen ihnen große Hilfsbereitschaft entgegen", sagte Adrian Kuhlemann, Vorsitzender der Jusos Nordoberpfalz.
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