Seminar über Baufinanzierung an der Volkshochschule - Ratschlag: In unabhängige Beratung ...
Entscheidung fürs Leben

Verbrauchertraining für Immobilienkäufer bot Karl Müller-Lanzl bei der Volkshochschule in Weiden. Bild: sbü
(sbü) Die Niedrigzinsphase lockt Häuslebauer und Immobilienkäufer. Der Markt ist unübersichtlich. Aber es gibt Unterstützung. Mit Hilfe des bayrischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz wurden Trainer im Bereich Verbraucherbildung geschult. Ein für Finanzfragen zertifizierter Experte hielt jetzt einen Vortrag.

Ein Haus oder eine Wohnung kaufen viele Menschen nur einmal in ihrem Leben. Dabei stehen viele Entscheidungen an. Was kann ich mir überhaupt leisten? Welche Finanzierungen passen zu mir? Der Finanzierungsmarkt ist unübersichtlich und wird meist von kommerziellen Interessen beherrscht. Mit solchen Sätzen beschrieb der zertifizierte Trainer für ökonomische Verbraucherbildung, Karl Müller-Lanzl, die Ausgangssituation für Bauwillige.

In einem Finanzseminar an der VHS Weiden namens "Baufinanzierung für kluge Rechner - Die Krise als Chance" bot er Hilfestellung an. Einleitend stellte der Referent fest: "Es ist gnadenlos, was im Finanzierungsbereich alles läuft." Ganz oben auf seiner Empfehlungsliste stand deshalb der Satz: "Suchen Sie sich einen unabhängigen Berater." Viele seien dies nicht, behauptete Müller-Lanzl. Der Kunde solle zuerst die Frage stellen: "Ist der Gesprächspartner in Finanzierungsfragen Berater oder Verkäufer?" Sogenannte Ausschließlichkeitsvertreter ("Herr Kaiser") arbeiteten nur für einen Anbieter.

Auch Bankberater seien vom Produktangebot ihres Instituts und oft auch von Zielvorgaben abhängig. Sogenannte Strukturvertriebe seien provisionsorientiert und würden oft "pyramidenartig" auftreten. Finanzmakler seien oft von Produktpartnern abhängig. Deshalb gab Müller-Lanzl zu bedenken: "Die Gebühr für eine unabhängige Beratung ist oftmals gut angelegtes Geld."

Der Erstkontakt im Privatbereich dürfe keinesfalls über Telefon- oder Fax-Aquise erfolgen. Müller-Lanzl rät auch dazu, die Eckdaten der Finanzierung schriftlich vorzugeben. Unter Hinweis auf die aktuellen finanzpolitischen Rahmendaten - niedrige Zinsen, niedrige Inflation und in Bayern 3,5 Prozent Grunderwerbssteuer - sagte Müller-Lanzl: "Wann kaufen oder bauen, wenn nicht jetzt?"

Mehrere Finanzierungmodelle wurden im Vortag beschrieben. Je höher das Risiko, desto niedriger seien Gesamtfinanzierungssummen. Das Annuitätendarlehen mit festem oder variablem Zins sei "von der Sicherheit her gesehen das Beste". Bausparverträge gefallen dem Referenten derzeit nur bei Geringverdienern (Prämien!). Ein Prozent Abschlussgebühr und "keine Systemrelevanz von Bausparkassen" seien dabei Negativposten. Bankfinanzierungen seien manchmal günstiger als Förderprogramme.

Insgesamt war der Vortrag gespickt mit Empfehlungen. Bei niedrigen Zinsen sollte man "hoch tilgen". Das Erstgespräch sollte immer als "unverbindlich" protokolliert werden.
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