Seniorenpolitisches Gesamtkonzept: Beirat mit Antragsrecht angeregt - Wer soll dem Gremium ...
Sprachrohr für ältere Bürger

Das seniorenpolitische Grundkonzept sorgte für mächtig Gesprächsstoff bei Alexander Grundler, Sabine Frischholz und Alfons Heidingsfelder (von links). Dr. Manfred Hausel erläuterte die Notwendigkeit einer Patientenverfügung in einem anschaulichen Vortrag. Bild: Wilck
Ganz im Zeichen des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts stand die 15. Gesprächsrunde "Seniorinnen und Senioren in unserer Stadt". Nachdem erhebliche Defizite im Bereich der seniorengerechten Entwicklung festgestellt worden waren, diskutierten die Leiter der Seniorenclubs darüber, einen Seniorenbeirat ins Leben zu rufen.

Das Konzept auf Antrag der SPD sei eine sehr langwierige Aktion gewesen, "eine Wissenschaft für sich", sagte Seniorenbeauftragter Alfons Heidingsfelder. Die Konsequenzen des demografischen Wandels seien auch in Weiden massiv zu spüren, es bestehe dringender Handlungsbedarf. Ein Seniorenbeirat als "Sprachrohr für ältere Bürger" solle unbedingt etabliert werden. Hier müssten die Verantwortlichen aber noch entscheiden, wer diesen Beirat bilden solle.

Zur Diskussion stünden Senioren aus den Stadtteilen, "um die Sorgen und Leiden der Leute in den Stadtteilen zu erfahren", oder Vertreter aus Kirche, Altenheimen, Wohlfahrtsverbänden und Seniorengruppen. Heidingsfelder warf zudem die Frage auf, ob es sinnvoll wäre, Politiker in den Beirat zu integrieren. Die Leiter der Seniorenclubs sprachen sich allgemein gegen die Einbeziehung aus, um parteipolitisch neutral zu bleiben. Alexander Grundler, Behindertenbeauftragter der Stadt, betonte die Wichtigkeit eines Antragsrechts im Stadtrat und erntete dafür Zustimmung: "Man kann viel reden und beschließen, aber wird das dann auch umgesetzt?"

Auch die Ortsentwicklung sei wichtig. So plädierten die Verantwortlichen für eine barrierefreie Gestaltung der Innenstadt. Vor allem Ruhebänke in der Max-Reger-Straße und an der Naab entlang seien dringend nötig. Kernpunkt sei auch die Etablierung eines Einkaufsdienstes für Senioren.

Vorbild könnte hier die Stadt Neustadt sein, die einen solchen Service anbot. Die zweijährige Förderung sei bereits ausgelaufen, erläuterte Sabine Frischholz von der Seniorenfachstelle. In der stadtteilbezogenen Befragung bemängelten die älteren Bürger die fehlenden barrierefreien öffentlichen Toiletten sowie die nicht vorhandenen Ruheplätze und die schlechte Erreichbarkeit der Hausärzte.

Im Vorfeld informierte Dr. Manfred Hausel, Ärztlicher Direktor a.D., über Patientenverfügungen, die er uneingeschränkt empfahl: "Sie ersparen Ihren Angehörigen eine große Verantwortung, wenn Sie sich für eine Patientenverfügung entscheiden."
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