"Seugaster Nächte sind lang" - unter diesem Motto feierte das Dorf seine Kirchweih. Die elf feschen Paare sorgten mit Gesang und Tanz für viertägigen Ausnahmezustand. Die
Bis dass der Tag anbricht

Die elf Paare standen im Mittelpunkt bei der Seugaster Kirwa. Bild: ö
selbst gedichteten Gstanzln und Lieder beim Austanzen waren einer der Höhepunkte.

(ö) Wie jedes Jahr begann das Fest am Freitag in der Schützenstube. Nachdem der Baum in die Kirchgasse gebracht worden war, stellten die Burschen und Moidln, unterstützt von ausreichend Zielwasser, zusammen mit zahlreichen Teilnehmern ihre Schießkünste unter Beweis. Dank ihrer Treffsicherheit am Stand räumten sie stattliche Preise ab. Dann zogen die Kirwapaare zurück zum Baum, den es zu bewachen galt. Zur Stärkung gab es Chili, Glühwein und Bier.

Mit viel "Hou ruck"

Am Samstagmorgen schmückten die Kirwaleut' in der Kirchgasse den Baum mit Kränzen und versuchten sich zum ersten Mal an Schnitzereien. "Hou ruck" scholl am Nachmittag durch die Straßen, als die Helfer mit den Schwalben die stattliche Fichte in die Senkrechte bewegten. Unter den Rufen "Baam staiht", "Ozapft is" und "As Grillte is fertig" schritt man nach getaner Arbeit zum gemütlichen Teil des Tages. Ein Fass Bier und eine Brotzeit waren der Dank für die vielen Helfer. Am Abend sorgte die Band Rundumadum im Schützenheim beim Tanz für grandiose Stimmung unter den Gästen aus den umliegenden Orten. Und auch die Baumbewacher waren dank einer Funkverbindung live mit dabei.

In Seugast ist es Brauch, dass die Paare nach durchwachter Nacht trotz schwerer Augenlider am Sonntag vollzählig den Gottesdienst besuchen. Die Seugaster Saitenmusik und der Schützenchor gestalteten die Messe musikalisch und gesanglich. Beim nachfolgenden Frühschoppen im Gasthaus Hammer unterhielten die Paare die Gäste mit lustigen und traditionellen Kirchweihliedern.

Mit blumengeschmückten Wagen holten die Burschen am Mittag ihre Moidln ab und fuhren zur Kirchgasse. Das Baumaustanzen gipfelte in der Wahl des Oberkirwapaars. Beim letzten Ton der Musik war der herumgereichte Hut bei Sandra Schönberger und Stefan Wurzelbacher, die somit neues Oberkirwapaar wurden. Selbstgedichtete Gstanzln aus dem Dorfalltag, begleitet von den Hoglbouchan, sorgten für Lacher.

Freude über Derby-Sieg

Dann ging es direkt zum Sportplatz, wo das Spiel der ersten Mannschaft lauthals unterstützt wurde. Nach einem Derby-Sieg gegen Freihung sorgte am Abend der Harmonika-Franz für ausgelassene Stimmung, die bis in die frühen Morgenstunden anhielt.

Ein gut besuchter Frühschoppen eröffnete den Montag, an dem die Kirwaleut' auch den Bären durchs Dorf trieben. Dabei waren Sternpolka und Siebenschritt in einem Hof nochmals zu sehen. Zum krönenden Abschluss wurden am Abend im Sportheim zahlreiche Preise verlost. Der Baum bleibt aber im Dorf. Die Musik steuerte der Thomas bei.
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