Shitstorm und Taubendreck
Angemerkt

Es gibt kein Bier auf Hawaii. Aber es gibt Handyempfang. Und so war Harald Rippl ständig auf dem Laufenden, ob er wollte oder nicht. Morgens auf der Insel Maui. Das Handy brummt. SMS des Oberbürgermeisters. Man müsse reden. Dringend. Im Abwehrnetz des Josefshauses habe sich eine Taube verfangen. Rippl tippte zurück: "1. Ich muss nicht wiedergewählt werden. 2. Ich bin gerade in den Flitterwochen. 3. Wenn Weiden keine anderen Probleme hat, ist es die glücklichste Stadt der Republik."

Man muss OB Kurt Seggewiß zugute halten, dass er natürlich genügend andere Probleme hat. Verhedderte Tauben am Josefshaus haben für ihn sicher nicht Vorrang. Aber die Vögel traten in Social-Media-Foren eine Resonanz los, von der selbst "Luder" Bagada träumen würde.

Pfeif doch drauf! Möglich, dass Georg Kreisler dazu geraten hätte. Der singende Anarchist wusste 1959 aber auch nur, was Taubendreck ist. Aber nicht, dass er einen Shitstorm auslösen kann. Kreisler ist tot, und sein Gassenhauer darf gefahrlos zitiert werden: "Schau, die Sonne ist warm und die Lüfte sind lau. Geh'n wir Tauben vergiften im Park!"



Hintergrund Berufsschule: Keine Klagen

Weiden. (fku) Die Spitze der VHS gibt sich empört über die Sperrung der Berufsschulturnhalle (Seite 3 ). Ganz andere Töne kommen von der Europa-Berufsschule selbst, die von einer guten Absprache mit der Stadt berichtet. Dabei rechnen sie in der Schule gar nicht damit, dass die Halle nur wenige Wochen gesperrt bleibt. "Ich stelle mich darauf ein, dass es längerfristig wird", sagt Leiter Josef Weilhammer.

Der Sportunterricht könnte, solange es das Wetter zulässt, im Freien stattfinden. Im Winter könnte es dann Ausfälle geben - oder Alternativen wie Erste-Hilfe-Kurse in den Klassenräumen. Man solle eh nach vorne blicken: Eine Idee sei, eine Mensa zu errichten, die Schüler und Asylbewerber gemeinsam nutzen könnten. Daneben biete die Schule schon jetzt Hilfe an, betont Weilhammer. Denn eines sei klar: "Wir können diese Menschen nicht wegen Sportunterrichts auf die Straße stellen. Da würde ich mich schämen."

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