Sicher vorausgehen

Die fleißigsten Teilnehmer des Sicherheitsseminars erhielten kleine Preise. Zudem bekamen alle eine Urkunde. Bild: Götz
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
18.11.2014
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Das Projekt "senSiwen" ist in Bayern einmalig. Es liefert ein kleines Stück Sicherheit für die Senioren in Weiden. Aber auch Polizisten profitieren davon.

Die 78-jährige Irma Schmidt steht relativ hilflos vor dem Fahrkartenautomaten am Bahnhof in Weiden. Sie wird immer unruhiger und unaufmerksam, denn ihr Zug fährt gerade ein. Hektik bricht aus. Schon ist es geschehen: Ein unbekannter Mann hat die Situation ausgenutzt und die Handtasche der Seniorin geklaut.

Auch wenn die beschriebene Situation nur fiktiv ist. Sie könnte jederzeit so geschehen. Und um Senioren davor zu bewahren, gibt es das Sicherheitsseminar "senSiwen" (Senioren Sicherheit Weiden), das Verhaltensprävention für ältere Bürger liefert. "Weiden ist eine sichere Stadt, trotzdem haben einige Senioren manchmal ein mulmiges Gefühl und verlangen nach Hilfe", sagte Bürgermeister Jens Meyer beim Abschluss der Seminarreihe im Neuen Rathaus.

Immer mehr Teilnehmer

Es war die zweite Runde des bayernweit einmaligen Projekts "senSiwen", das Stadt, Polizei, Kriminalpolizei, Bundespolizei, Rotes Kreuz, Integrierte Leitstelle und Feuerwehr in Weiden initiiert haben. Schon 2013 war das Interesse der Senioren groß und auch dieses Jahr nahmen an den sieben Seminartagen, die jeweils über 90 Minuten gingen, insgesamt 40 Bürger teil. "Von Seminar zu Seminar sind mehr gekommen. Durch das Projekt wollen wir den älteren Menschen auch die Angst vor Bus- und Bahnfahrten nehmen", erklärten die Franz Völkl (Bundespolizei) und Willi Fritz (Polizeiinspektion Weiden), die die Seminare federführend betreuen.

Die Teilnehmer setzten sich mit den Themen Zivilcourage, Sicherheit in Haus und Wohnung, Senioren im Verkehr, Notruf, Erste Hilfe sowie Brandschutz auseinander. Ziel sei es, das subjektive Sicherheitsgefühl der älteren Bürger in der Öffentlichkeit und im privaten Bereich zu steigern. Die Seminare hatten aber einen weiteren Effekt: "Auch wir lernen immer dazu. Die Veranstaltungen haben mir ganz neue Einblicke gebracht", sagte Fritz. Der Polizist verriet, dass er nun auch in seinem Haus Rauchmelder angebracht habe.

Referenten aller Institutionen brachten sich an den Seminartagen ein. Die Teilnehmer sollten lernen, bedrohliche Situationen frühzeitig zu erkennen und überlegt zu handeln. Zudem erhielten die Senioren Tipps, wie sie Rettungs- und Hilfseinrichtungen im öffentlichen Bereich (ZOB, Bahnhof) sowie in Fahrzeugen (Bus, Bahn) nutzen. Darunter waren unter anderem die Bedienung eines Fahrkartenautomaten und des Defibrilators am ZOB. "Wir wollen den Leuten die Scheu nehmen, diese Geräte zu benutzen", sagte Fritz.

Dritte Runde ist geplant

Die Senioren jedenfalls lobten das Projekt. Einige erkundeten sich schon nach der dritten Runde von "senSiwen". Diese soll im Herbst 2015 sein. "Da bin ich sicher wieder dabei. Und dann verpasse ich kein einziges Seminar", blickte eine Teilnehmerin voraus.
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