"Sie schickt der Himmel"

Pfarrerin Edith Lang bot dem neuen Stadtpfarrer von St. Josef ein gutes Miteinander mit St. Michael an.

Der Termin war bewusst gewählt: Dekan Johannes Lukas führte am Weltmissionssonntag Markus Schmid ins Amt als Pfarrer von St. Josef ein. Lukas nutzte die Festpredigt, um die Pfarrangehörigen eingehend zu ermahnen. Missionar sei jeder und zwar durch eine christliche Lebensführung.

"Wir sind nicht mehr Volkskirche, Deutschland ist Missionsland. Aber, verhalten wir uns wie Missionare, draußen in der Gesellschaft, am Arbeitsplatz, in der Öffentlichkeit? Engagieren wir uns für die christlichen Werte? Spielt Gott eine Rolle in unserem Leben? Leben wir in dieser Pfarrei zusammen als Schwestern und Brüder im Glauben?" Mission, so Lukas, sei nicht nur Aufgabe der "Berufschristen", wie Pfarrer und ihre Mitarbeiter oft gesehen würden. "Mission ist der Auftrag an die gesamte Pfarrei vor Ort."

Gemeinde muss Vorbild sein

Die Gemeinde sei nicht das Objekt, sondern das Werkzeug der Mission. "Gemeinsam müssen wir die Botschaft Gottes den Menschen bringen, durch unseren Glauben, unser Verhalten und Tun. Entsprechend müssen wir auch miteinander umgehen", betonte der Dekan, der offensichtlich die seit Jahrzehnten andauernden Differenzen in der Pfarrei meinte, ohne sie jedoch direkt anzusprechen. Eine Gemeinde, die den Glauben lebe, sei attraktiv. "Sie wirkt als Vorbild nach außen. Sie erweist Benachteiligten ihre Liebe. Sie nimmt Flüchtlinge auf. Das ist Mission." An den neuen Stadtpfarrer Markus Schmid gewandt, sagte Lukas: "Ich wünsche dir, dass es dir und dieser Gemeinde gelingt, das Wirken Gottes sichtbar werden zu lassen und die Gemeinde missionarisch in die Zukunft geht."

Den Festgottesdienst gestalteten Chor und Instrumentalgruppe von St. Josef unter der Leitung von Luis Denz. Die Soli sang Miriam Denz. Teilweise in Dreierreihen standen die Weidener, Neuhauser und Windischeschenbacher Spalier. Unter Beifall geleiteten sie den neuen Stadtpfarrer von der Pfarrkirche zum Empfang ins überfülle Pfarrheim.

Vom Himmel geschickt

Kirchenpfleger Karl Süß sagte in seiner Begrüßung, Schmid werde es nach seiner Installation als Stadtpfarrer bald mit "weltlicher Installation" zu tun bekommen: Der Pfarrhof sei zu modernisieren. "Sie werden noch viele Baustellen in St. Josef haben", spielte Süß auf die Sanierung von St. Sebastian an. Bürgermeister Jens Meyer sprach von einem guten Tag für die Pfarrei St. Josef. "Sie schickt der Himmel." Zugleich dankte Meyer der Pfarrei, dass sie ihr Anwesen Asylstraße 3 für Asylberwerber angeboten habe. "Das ist wunderbar, und ich wünsche, dass dieses Verständnis von allen Bürgern mitgetragen wird."

Mut, Kraft und Ausdauer wünschte Perpetua Seibert für die Kolpingsfamilie dem neuen Stadtpfarrer. Für die Schulen in der Pfarrei sagte Rektorin Sylvia Bäumler eine offene Zusammenarbeit zu. Auf eine Blüte der Ökumene hoffte Pfarrerin Edith Lang (St. Michael). "Es ist nicht einfach hier", sagte Alois Lukas, der für den Katholischen Männerverein sprach. Alexandra Lukas stellte für den Frauenbund fest: "Ein Pfarrer ohne Frauenbund ist und bleibt ein armer Hund." Ihren Willkommensgruß packte Pfarrgemeinderatssprecherin Romy Götz in liebevolle Reime.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9311)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.