Sieben Männer ausgewählt

SPD-Stadtmitte-Vorsitzender Wolfgang Göldner dankte Petra Vorsatz mit einem Buchgutschein für den "Vortrag mit interessanten Hintergründen", der "Lust auf mehr" machte. Bild: hcz

Nach den bedeutenden Frauen waren jetzt die bedeutenden Männer dran. Von Stadtrichter Michael Ermweig bis zum Komponisten Max Reger reichte die Liste der Persönlichkeiten, die Petra Vorsatz vorstellte. Bei den Mitgliedern der SPD Stadtmitte lüftete die Diplomarchivarin auch das Geheimnis, wer ihr "Lieblingsbürger von Weiden" ist.

Nach Max Reger, dem wohl bekanntesten Weidener Bürger, machte Petra Vorsatz einen Punkt. Jüngere Persönlichkeiten ließ sie auf ihrer Liste über "bedeutende Männer aus der Geschichte der Stadt Weiden" außen vor. Über die sieben Auserwählten sprach die Kulturamtsleiterin bei der SPD-Stadtmitte im "BräuWirt" aber auch mit besonders großem Respekt und Achtung.

Los ging es mit Stadtrichter Michael Ermweig (1523 - 1594), einem Rechtswissenschaftler, der sich unter anderem um den Wiederaufbau der Stadt Weiden nach den Stadtbränden (1536) verdient machte. Ermweig hinterließ eine Stiftung für arme Studenten und Jungfrauen, seine Tochter eine Stiftung für einen Stadtarzt.

Jakob Schabner (1590 - 1671) gehörte 37 Jahre lang dem Rat der Stadt als einer der vier Bürgermeister an. Der in Bärnau Geborene kam erst spät als Stadtschreiber-Substitut in das bedeutungslose Landstädtchen Weiden, das vor dem 30-jährigen Krieg wohlhabend gewesen war. Er verfasste eine wichtige Chronik der Stadt.

Erhard Weigel (1625 - 1699), von Vorsatz als ihr "Lieblingsbürger Weidens" bezeichnet, war einer der größten Wissenschaftler seines Jahrhunderts. Er studierte in Halle und Leipzig Mathematik und Philosophie und wurde 1652 Professor in Jena. Der engagierte Tierfreund und Pädagoge setzte sich besonders für die Vereinheitlichung des Kalenders ein und hinterließ über 150 Abhandlungen.

Tobias Clausnitzer (1690 - 1684) wurde in Annaberg, unserer heutigen Partnerstadt, geboren. Er kam 1648 mit dem schwedischen Heer und prächtigem Gefolge nach Weiden. Hier wirkte er als evangelisch-lutherischer Pfarrer und verfasste eine vielbeachtete Friedenspredigt, die im "Mauermann-Brunnen" vor dem "Alten Eichamt" verewigt ist.

Philipp Caspar Pfannenstiel (1664 - 1735) war "hochfürstlich bambergischer Hofrat" und eine bedeutender Jurist. Sein Studium war durch ein städtisches Stipendium ermöglicht worden. Nach seinem Tod hinterließ er eine Bücher- und Armenstiftung. Erstere ist wegen Platzmangel jetzt im landeskirchlichen Archiv untergebracht.

Gustav von Schlör (1820 - 1883) setzte sich als Landtagsabgeordneter und stellvertretender Direktor der Ostbahngesellschaft für den Anschluss Weidens ans Eisenbahnnetz ein. Damit begründete Schlör den industriellen Aufschwung der Stadt. Als erstem Ehrenbürger der Stadt wurde ihm 1885 das heute noch erhaltene Denkmal am Schlörplatz errichtet.

Max Reger (1873 - 1916) kam als knapp Einjähriger nach Weiden, wo sein Vater als Präparanden-Ausbilder (Ausbilder für Lehramtsanwärter) arbeitete. Schon früh zeigte der Knabe musikalische Begabung, spielte nicht gerne Geige, jedoch sehr gut Klavier. Nach musikalischer Ausbildung durch Adalbert Lindner brachte es Reger 1907 zum Universitätsmusikdirektor in Leipzig und 1911 zum Leiter der Meininger Hofkapelle. Nach umfangreichem Wirken starb der Musiker am 11. Mai 1916 in Leipzig und hinterließ einen ungeheuren Schatz an Kompositionen.
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