Skitour endet mit Sonnenbrand

Strand oder Berge? Die Araukarien (Andentannen), die an den Schichtvulkanen in den südlichen Anden wachsen, und der unberührte Schnee im Vordergrund vermitteln fast den Eindruck eines weißen Sandstrands. Repro: fei

Bei seinen Skitouren durch Südamerika meisterte Albert Götz zig anspruchsvolle Hänge. Allerdings musste er dafür an seine Leistungsgrenze gehen. Dabei stürzte er auch in eine Gletscherspalte.

Seit gut 40 Jahren unternimmt Albert Götz Skitouren in den Alpen. Zuletzt hat es ihn dazu allerdings auf den südamerikanischen Kontinent verschlagen. In einem kurzweiligen Bildervortrag beim Weidener Alpenverein berichtete er von seinen Erlebnissen.

Nach gut 17 Stunden Flugzeit über Madrid nach Santiago di Chile und einer anschließenden Autofahrt über mehrere Hundert Kilometer gen Süden wurde bereits die erste Nacht eine Herausforderung. Bei zweistelligen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt erlebte er die erste Übernachtung mit dem Schlafsack im Auto "irgendwo mutterseelenallein in der Pampa". Das war die Einstimmung auf einsame Firntouren an Chiles Vulkanen.

Zum Auftakt zeigte Götz Aufnahmen aus dem Laguna-del-Laja-Nationalpark in den südlichen Anden und seiner "Eingehtour" auf den 2969 Meter hohen, schneebedeckten Vulkan Antuco. Eine erste Herausforderung war die Bezwingung des 2806 Meter hohen Talhuaca, einem Schichtvulkan. An dessen Hängen ist die exotisch wirkende Baumart, die Araukarie bzw. Andentanne, weit verbreitet. Götz berichtete von eisigen Windböen und anspruchsvollen Hänge mit einer Neigung zwischen 35 und 40 Grad. Hinzu kamen im Schnitt zwischen 1300 und 1800 Höhenmeter. Mit einem angemieteten Pick-up tingelte Götz von einem Vulkan zum nächsten. Enormes Glück hatte Götz, als er bei eingeschränkten Sichtverhältnissen am Llaima (3125 Meter) in eine kleine Gletscherspalte rutschte, sich aber rasch und unverletzt befreien konnte.

Ungewöhnliche Fotos präsentierte Götz aus der Sierra Nevada: Ein Selfie zeigt ihn in Skitouren-Montur mit an den Rucksack geschnallten Skiern mitten im grünen Dschungel. Zur Überraschung der Zuhörer berichtete Götz davon, dass in manchen Gipfelregionen einzelne Felsen aus dem Schnee ragten, die aber zu heiß waren, um darauf sitzen zu können. Vulkanisch bedingter Wasserdampf heizte nach einem schweißtreibenden Aufstieg mit Tourenskiern weiter ein. Götz erzählte von den Tücken eines wohltuenden Bades in Thermalquellen inmitten schneebedeckter Weiten: Neben einem großen Sonnenbrand fühle sich ein anschließender Anstieg über 400 Höhenmeter gut und gerne wie die dreifache Strecke an.
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