So bleiben Einbrecher draußen

Dieser Herr führt nichts Gutes im Schilde. Alle zwei Minuten kommt es in Deutschland zu einem Einbruch. Um solchen Taten vorzubeugen, gibt es eine ganze Reihe von wirksamen Möglichkeiten. Bild: dpa

Zuletzt machte eine Einbruchsserie in Mantel und Grafenwöhr Schlagzeilen. Nur 30 Sekunden benötigt ein geschickter Täter, um in eine Wohnung einzusteigen. Wie können sich die Bürger schützen?

"Nur mal kurz" zum Supermarkt oder zum Nachbarn. Da bleibt die Haustür schon mal unverschlossen. Bei der Rückkehr dann der große Schreck: Einbrecher waren in der Wohnung, haben alles durchwühlt, Wertvolles und Liebgewonnenes fehlen. "Einbruchsopfer erholen sich manchmal nie mehr vom Schock" berichtet Kriminalhauptmeister Dieter Melzer, Fachberater beim Thema Einbruchsschutz.

Weitverbreitete Irrtümer sind "Bei mir ist nichts zu holen", "Einbrecher kommen nachts", "Eingebrochen wird nur bei Wohlhabenden". Einbrecher gehen in Mietwohnungen ebenso wie in frei stehende Häuser, meist kommen sie tagsüber, wenn niemand daheim ist. Sie wissen sehr genau, wo sie leichtes Spiel haben. Gekippte Fenster, eine dichte Hecke, die perfekten Sichtschutz bietet, Zäune als Kletterhilfe, leicht zugängliche Balkone, offene Balkontüren, instabile Hoftüren: Diebe erkennen günstige Gelegenheiten blitzschnell.

Schwere Diebstähle

Der Sicherheitsbericht des Polizeipräsidiums meldete im Jahr 2013 einen Anstieg der Straftaten um 3,9 Prozent. In Weiden waren 8,9 Prozent aller Straftaten schwere Diebstähle. Es gibt Möglichkeiten, sich vor ungebetenen Gästen zu schützen. Der kriminalpolizeiliche Fachberater informiert auch vor Ort, prüft, wie gut bereits vorhandene Sicherungen an Türen und Fenstern sind.

Die Schutzmöglichkeiten gliedern sich in unterschiedliche Bereiche. Neben Überwachungs- und Alarmsystemen gilt es insbesondere, Türen und Fenster mechanisch zu sichern. Es gibt abschließbare Fenster, spezielle Sicherungsverriegelungen für Wohnungs- und Haustüren, Türketten oder Sperrriegel, Kellertürsicherungen, Kellerschachtsicherungen, Sicherheitsschlösser mit Panikfunktion. Schlossermeister Dieter Hagn rät: "Sicherheit ist nicht billig, aber sie macht sich bezahlt. Die Dreistigkeit der Diebe nimmt zu, man muss es einem Einbrecher so schwer wie möglich machen."

Auch bei ihrem Verhalten können Wohnungsinhaber ansetzen: niemals leichtsinnig sein, Fenster und Türen schließen und absperren, das Hab und Gut sichern. Gegenüber Fremden sollte man ein gesundes Maß an Misstrauen zeigen, rät Hagn. Niemals sollte man Fremde in die Wohnung lassen. Grundstück, Haus, Wohnung oder Gewerbebetrieb können zudem mit Alarmanlagen ausgestattet werden. Auch hier ist es wichtig, sich den Rat eines Fachmanns zu holen. Ansprechpartner für den Einbau von Überfall- und Einbruchmeldeanlagen sind Elektrotechnikbetriebe.

"Keine zweite Chance"

"Die Anlagen sind eine Ergänzung zu mechanischen Sicherungen", erklärt Elektroinstallateur Christian Heining. "Beim Schutz vor Einbrechern gibt es keine zweite Chance. Wenn erst etwas passiert ist, ist es schon zu spät." Vergleichsweise einfache Sicherungsmöglichkeiten sind Bewegungsmelder, Zeitschaltuhren, Sprechanlagen mit Bildübertragung, Türspione mit Bildspeicherfunktion. Durch das "Einbrecher-Foto" hat die Polizei eine gute Chance, den Dieb zu identifizieren.

Pfiffig und sinnvoll sind Türschließsysteme, die dafür sorgen, dass die Haustür stets verschlossen ist, ohne dass hierzu eigens zugesperrt werden muss. Wichtiger Hinweis des Fachmanns: Versicherungen zahlen im Falle eines Diebstahls nur, wenn die Haustür zugeschlossen war. Eine Alarmanlage allein sei noch kein Einbruchsschutz. In Kombination mit den wichtigen mechanischen Sicherungen mache sie es einem Dieb schwer, sein Ziel zu erreichen.

Und, nicht zu vernachlässigen: Auch ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn kann manches Verbrechen verhüten. Sie können direkt reagieren, wenn ihnen etwas ungewöhnlich vorkommt, Hilfe holen, bevor es zu spät ist.

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