So hilft die Kirche

Bischof Stanislav Szyrokoradiuk aus der Ukraine (rechts) und Dr. Stefan Dartmann SJ (links), Geschäftsführer von Renovabis, dem Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche, wollen in den nächsten Wochen auf verschiedenen Veranstaltungen über die Ukraine berichten. In Weiden machten sie als erstes Station. Bild: sbü

Mitteleuropa ist eine andere Welt als die Ukraine. Das wird aus den Erzählungen des Bischofs Stanislav Szyrokoradiuk deutlich. Und das sind nicht die einzigen Einblicke, die der Amtsträger bei seinem Vortrag im Pfarrheim Waldrast gewährte.

(sbü) Das Thema des Abends hieß "Brennpunkt Ukraine: Die soziale Situation und die Arbeit der Kirchen in der aktuellen Krise." Dazu referierte Bischof Stanislav Szyrokoradiuk. Seine zentrale Botschaft lautete: "Die katholische Kirche verbessert durch zahlreiche Projekte und Maßnahmen die schwierige Lebenslage vieler Menschen in der Ukraine." Das ermöglichte die finanziellen Unterstützungen der Aktion Renovabis.

So kam es auch, dass der Bischof nach Deutschland gereist war, um über die sozialen Projekte der katholischen Solidaritätsaktion Renovabis in der Ukraine zu berichten. Dr. Stefan Dartmann SJ, Hauptgeschäftsführer von Renovabis, begleitete ihn. Eingeladen hatten zum Vortrag im Pfarrheim Waldrast die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Weiden, das KAB-Bildungswerk und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Weiden. Markus Nickl vom KAB-Bildungswerk begrüßte alle.

Seit einem Jahr ist Szyrokoradiuk Bischof des Bistums Charkiw-Saporischja. Zuvor war er als Bischof in Kiew. Zu diesem Bistum gehören auch die von prorussischen Separatisten ausgerufenen Volksrepubliken Donezk und Lugansk. Deshalb standen auch die Hilfen für die 100 000 Flüchtlinge aus der Kriegsregion im Mittelpunkt der gezeigten Bilder und Aktionen.

Die Liste der Maßnahmen, von denen der Bischof berichten konnte, war sehr lang: Von Waisenhäusern, Hilfen für Obdachlose, Reha-Zentren, Krankenpflege und Ferienheime für Kinder war unter anderem die Rede. Fahrzeuge für die Helfer, Kirchenbau- und Sanierungen, Priesterseminare und Stipendien für Studenten nannte der Bischof ebenfalls. Und er zeigte Bilder langer Menschenschlangen vor der täglichen Essensausgabe für die Flüchtlinge.

Die Hilfe konzentriere sich dabei nicht nur auf die Katholiken. Sie komme allen Bedürftigen zugute. Schließlich gebe es in seinem Bistum mit 18 Millionen Einwohnern nur 60 000 Katholiken. "Die katholische Kirche macht die beste karitative Arbeit, bei jeder Pfarrei gibt es Hilfe", berichtete Bischof Szyrokoradiuk. Auch zur politischen Situation seines Landes sagte er etwas: "Putin hat die ganze Ukraine geeint", war dabei eine wichtige Botschaft. "Sogar die 15 Prozent Russen in meinem Bistum sind jetzt gegen Putin." Nur die Bevölkerung in den Kriegsgebieten stehe wegen der russischen Propaganda auf Putins Seite. Gezeigt wurden auch Aufnahmen von russischen Soldaten, die in der Ukraine kämpfen.

Als Bischof dürfe er die Kriegsgebiete nicht betreten, weil er auf der "Schwarzen Majdan-Liste" stehe. Nur sein Weihbischof dürfe dorthin. Und in der Bevölkerung herrsche große Angst. Der Friede sei besonders wichtig, "dafür würden die meisten die Hergabe von Donezk als Preis akzeptieren". Und wie geht es nun weiter? "Alles ist möglich", meinte der Bischof.
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