So soll's sein: Arbeitslosigkeit abgebaut, an Arbeitsplätzen zugelegt. Die positive Wirtschaftslage schlug auch auf den Bezirk der Arbeitsagentur Weiden durch. 77 553 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse im Juni bedeuten gar einen Rekord.
Stark beschäftigt

Die Arbeitslosenzahl sank 2014 im Agenturbezirk (Stadt Weiden, Kreise Neustadt/WN und Tirschenreuth): im Jahresdurchschnitt um 3,0 Prozent. Damit waren durchschnittlich 5529 Personen ohne Beschäftigung, teilt die Agentur in ihrer Jahresbilanz mit. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,7 Prozent. Bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen gab es einen neuen Höchststand: 77 553 im Juni.

"Trotz Entlassungen bei einigen namhaften Firmen prägte die Nachfrage nach gut qualifizierten Fachkräften das Jahr 2014", resümiert Thomas Würdinger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weiden. Der Agentur wurden insgesamt 5174 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gemeldet, 335 (6,9 Prozent) mehr als im Vorjahr. Schwerbehinderte, Langzeitarbeitslose und ausländische Mitbürger hätten jedoch nicht von der guten Arbeitsmarktlage profitiert. "Deshalb wird im Jahr 2015 die Fachkräftegewinnung aus diesem Personenkreis eines unserer wichtigsten Themen." Die Auffälligkeiten in der Bilanz 2014:

Rund 16 920 Arbeitnehmer meldeten sich neu arbeitslos: 1136 Personen (6,3 Prozent) weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Arbeitnehmer, die ihre Erwerbslosigkeit beenden konnten, war fast genauso hoch. Allerdings sank die Zahl der Arbeitsaufnahmen mit knapp 6970 um über 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zusätzlich begannen etwa 2570 Bürger eine Ausbildung oder nahmen an einer Weiterbildung teil.

Unterschiedliche Entwicklung in den beiden Rechtskreisen: Im Bereich der Arbeitslosenversicherung lag die Arbeitslosigkeit im Durchschnitt bei 2579 Menschen (-9,8 Prozent gegenüber 2013). Bei den Jobcentern gab es einen Anstieg: 2950 Männer und Frauen wurden im Jahresdurchschnitt betreut - ein Plus von 3,9 Prozent.

Viele Langzeitarbeitslose: Mit einem Anteil von 45,4 Prozent an allen Arbeitslosen lag die Zahl der seit über einem Jahr arbeitslos gemeldeten Personen mit 1338 in den Jobcentern auf einem hohen Jahresdurchschnittsniveau. 2013 war es deutlich niedriger: 1237 Personen. "Zusätzlich stieg die Anzahl der älteren Arbeitslosen über 50 Jahre um 6,7 Prozent auf 941 Personen", ergänzt Würdinger. "Erhöht hat sich auch Zahl der Arbeitslosen mit Behinderungen und der ausländischen Arbeitslosen." Die Jobcenter betreuten im Jahresdurchschnitt 224 Jugendliche unter 25 Jahre: ein Minus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Stark gefördert: Auf oben genannte Personengruppen legte die Arbeitsagentur verstärktes Augenmerk. 2014 setzte sie knapp 8 Millionen Euro ein, um Arbeits- und Ausbildungssuchende zu unterstützen. Mehr als 1,7 Millionen Euro wurden in die Fort- und Weiterbildung investiert. Die Förderung von Existenzgründern betrug 0,9 Millionen, zusätzlich gab es Eingliederungszuschüsse für Arbeitgeber in Höhe von 1,1 Millionen Euro. Die Fördergelder für Berufseinsteiger - u. a. für überbetriebliche Ausbildungen und ausbildungsbegleitende Maßnahmen - beliefen sich auf 1,5 Millionen Euro. Sonderprogramme zur Qualifizierung beschäftigter Geringqualifizierter und zur Flankierung des Strukturwandels kosteten 1,8 Millionen Euro. Für Rehabilitanden und Schwerbehinderte gab es "sehr erfolgreiche Förderprogramme" mit einem Volumen von 7,3 Millionen Euro.

Höchststand bei der Nachfrage der Unternehmen: Insgesamt 5471 Arbeitsstellen (5174 davon sozialversicherungspflichtig) meldeten die Betriebe dem Arbeitgeber-Service der Agentur. Mit einem durchschnittlichen Jahresbestand von 1130 Arbeitsangeboten wurde der Vorjahreswert um 11,4 Prozent übertroffen.

Hohe Ausbildungsbereitschaft: Im Berufsberatungsjahr (1. Oktober 2013 bis 30. September 2014) meldeten die Betriebe dem Arbeitgeber-Service 1791 Ausbildungsstellen - ungefähr so viele wie im Vorjahr. Allerdings sank die Zahl der gemeldeten Bewerber um 4,0 Prozent auf 1576. Entsprechend verringerte sich die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge um knapp 8,5 Prozent auf 1620 Verträge. Stark betroffen war das Handwerk. Stark nachgefragt wurde das Dienstleistungsangebot der Arbeitsagentur Weiden rund um die Themen "Berufsorientierung und Berufswahl".

Ausblick 2015: "Die Zukunftsprognosen der bayerischen Wirtschaft zeigen ein verhaltenes Wirtschaftswachstum, so dass zum aktuellen Zeitpunkt mit einem weiteren geringen Abbau der Arbeitslosenzahlen zu rechnen ist", informiert Würdinger. In einzelnen Berufen zeichne sich bereits jetzt ein Mangel an Fachkräften ab. "Die Themen Ausbildung, Weiterbildung oder auch Fachkräftegewinnung im Ausland werden weiterhin im Fokus unserer Arbeit stehen." Zudem würden gezielt "Personengruppen mit Vermittlungshemmnissen" unterstützt. Mit der Kampagne "Das bringt mich weiter" informiert die Arbeitsagentur zu Förderprogrammen und Beschäftigungsmöglichkeiten.
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