Söder macht neugierig

Zum Thema Behördenverlagerung versprach Finanzminister Markus Söder beim CSU-Neujahrsempfang der nördlichen Oberpfalz: Da wird etwas kommen. Und er verband die Aussage auch mit dem Hinweis auf "sehr viele Arbeitsplätze". Bilder: Karin Wilck (3)

Klar: Zu seinem 48. Geburtstag am Montag hat er Geschenke bekommen. Die bekommt er auch noch einen Tag später beim CSU-Neujahrsempfang in der Weidener Max-Reger-Halle. Aber Finanzminister Markus Söder hat zu der Traditionsveranstaltung auch etwas mitgebracht.

Der Gastgeber zieht alle Register. Markus Söder sei nicht nur einer der redet. "Er ist auch einer, der entscheidet", ruft MdB Albert Rupprecht in den vollen Gustl-Lang-Saal. Und er nennt beim traditionellen Neujahrsempfang der Nordoberpfälzer CSU am Dreikönigstag die Breitbandentwicklung mit einer Flut von Maßnahmen. Beim Vorgänger Zeil sei es bei Ankündigungen geblieben. Rupprecht bescheinigt Söder "Macher-Qualitäten" und vergleicht dessen "Power" mit der des früheren Ministerpräsidenten Edmund Stoiber.

Als der Finanzminister wenige Minuten später trocken feststellt, dass die Fülle des Lobes angemessen gewesen sei, hat er den Saal schon hinter sich. Jubel. Doch Söder selbst hat auch Lob mitgebracht. Zunächst verteilt er Komplimente an alle, die sich engagieren. Die nördliche Oberpfalz habe es strukturell nicht ganz einfach. Umso mehr habe er Respekt vor dem Einsatz und dem Ideenreichtum der Bevölkerung. Eine "ganz gewichtige Rolle" misst er der Region für die Zukunft bei, weil Bayern eben nicht nur von der Kraft im Süden lebe. Bravo-Rufe.

Nach einem Ausflug in die europäische Finanzpolitik ("Die Niedrigzinspolitik führt auf Dauer zu einer neuen Finanzkrise") und die Flüchtlingsproblematik ("Wir müssen den Schleppern das Handwerk legen") kündigt Söder an, den Weg der Stabilisierungshilfen für finanzklamme Kommunen weiterzugehen. Dass die Mittel auf 120 Millionen Euro aufgestockt werden, hat sicher nicht nur Weidens OB Kurt Seggewiß erfreut zur Kenntnis genommen. Genau hingehört haben alle auch bei den Worten des Ministers zur angekündigten Behördenverlagerung. Das Konzept sei noch nicht ganz fertig. Aber er spricht von drei großen Bereichen und nennt die Landkreise Wunsiedel, Tirschenreuth und Neustadt/WN. "Da wird etwas kommen." "Sehr viele Arbeitsplätze" kündigt er an und "gute Perspektiven". Nicht euphorischer, aber zufriedener Applaus, der wohl am besten mit "passt scho" ins Oberpfälzische übersetzt werden könnte.
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