Soldaten reifer und ernsthafter

Das Ortsschild vermittelte im Kosovo-Einsatz Heimatgefühle. Beim Appell gaben es die Soldaten feierlich an die Stadt Weiden zurück. Bilder: Götz (2)

Der Kommandeur wählte die Form, die den Soldaten am vertrautesten ist: "Wir, das Artilleriebataillon 131, melden uns hiermit aus den Einsatzgebieten der Bundeswehr zurück, aus dem Kosovo, aus Liberia und aus Afghanistan. Wir Soldaten melden: Auftrag ausgeführt."

Hinter dieser Meldung stehe ein für das gesamte Bataillon forderndes Jahr, betonte Oberstleutnant Wolfgang Schmidt beim Rückkehrer-Appell der Artilleristen am Mittwochabend auf dem Oberen Markt. "Jeder war gefordert, nicht nur die Einsatzsoldaten, sondern auch diejenigen, die am Standort Weiden gedient haben."

Auch sie waren eingebunden in die einsatzvorbereitende Ausbildung, die vom Bataillon in eigener Regie zu planen und durchzuführen war. Jeder, so Oberstleutnant Schmidt, könne erahnen, dass die Einsatzvorbereitung kurz nach dem Umzug nach Weiden für sich allein genommen schon fordernd war. "Deshalb bin ich stolz, dass es gelungen ist, die Einsatzkontingente weitgehend aus dem eigenen Bereich aufzustellen, vorzubereiten und auszubilden." Das Bataillon habe sich auch seine artilleristischen Fähigkeiten bewahrt. Mit den 168 Soldaten war ein gutes Viertel des Bataillons seit Ende Januar im Auslandseinsatz.

Der Appell finde ganz bewusst auf dem Marktplatz und damit in der Öffentlichkeit statt, um hiermit zu verdeutlichen, dass "unser Bataillon seine Einsätze nicht abseits der Gesellschaft, sondern als deren Teil versieht, mit Unterstützung der Bürger und - hoffentlich - Rückendeckung". Der Einsatz von Soldaten im Auftrag des Parlaments verfolge immer einen Zweck: "Er trägt zur Sicherheit im Land bei. Das ist nicht selbstverständlich, sondern verlangt nach Menschen, die bereit sind, sich dafür einzusetzen. Die angetretenen Soldaten haben das getan."

Der Kommandeur attestierte den Männern und Frauen, dass sie sich im Einsatz weiterentwickelt haben - "persönlich und dienstlich". Diese Monate hätten sie reifer, erwachsener und ernsthafter gemacht "durch das Wissen um das, was geleistet wurde, und was dafür geopfert werden musste".

Oberst Wolf-Dietrich Rupp, Kommandeur der Divisionstruppen der 10. Panzerdivision aus Veitshöchheim, betonte, die Soldaten hätten im 159-tägigem Einsatz bewegte Zeiten erlebt und ihren Dienst unter schweren Bedingungen geleistet. "Er hat geprägt, das Bewusstsein verändert, aufnahmefähiger für die Probleme in der Einsatz-Region und den Wert des Lebens bewusster gemacht." Die Soldaten mussten Verantwortung tragen, persönliche Härten und Entbehrungen, vor allem ihren Familien gegenüber, hinnehmen. Gerade die Angehörigen seien der Background, der den Soldaten im Einsatz Halt und Kraft gebe, diese Monate im Ausland zu überstehen.

Ebenfalls die Leistungen der "Helfer in Uniform", deren Einsatz militärische, polizeiliche und humanitäre Aufgaben umfasste, würdigte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Die Krisenherde kämen immer näher. Ihre Auswirkungen würden deutlicher spürbar. Die Versorgung der Flüchtlingsströme belasteten zunehmend die Solidargemeinschaft. Seggewiß versicherte den Soldaten einen "uneingeschränkten positiven Bezug" der Stadt zur Bundeswehr.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8666)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.