Sommer nimmt Kurs auf Rekord von 2003

Im Wetterkino dieser Tage scheint es auf allen Kanälen nur ein Programm zu geben: Manche mögen's heiß. Das trifft die Lage so ziemlich auf den Punkt, denn die Temperaturen sind längst nicht mehr jedermanns Sache. Ohne den Sommer schlecht machen zu wollen, aber die Häufung der Tage mit Werten von über 35 Grad ist genauso bemerkenswert wie unnötig. Schnell geraten da ökologische Systeme, Gewässer, Bodenstrukturen aus dem Gleichgewicht.

In Unterfranken herrscht die größte Dürre seit 1976, der Main bedroht mit einer Wassertemperatur von zum Teil 27 Grad seine eigenen Fauna. Und während das Wochenende kurz eine leichte Linderung bringt, scheint Petrus ein weiteres Drehbuch in der sprichwörtlichen "Flimmerkiste" vor Augen zu haben: Auftrag 2003. Gemessen an der Wetterstation in Weiden und an den Tagen mit mindestens 30 Grad müssen ab morgen nur noch sieben solcher Tage folgen, um den legendären Hitzesommer 2003 einzuholen. Aller Voraussicht nach ein leichtes Spiel: Kommende Woche bleibt es heiß. Heute gibt es Sonne, ein paar Schleier- und Schäfchenwolken, es ist einfach nur heiß. Schon kurz nach Sonnenaufgang hat es oft 20 bis 25 Grad, am Nachmittag zwischen 35 in Kastl, 37 in Auerbach und 38 in Hirschau. Das Gewitterrisiko ist gering, die Nacht zu Samstag bleibt mit 23 bis 18 Grad sehr warm.

Am Samstag sticht die Sonne zunächst bei wechselnder Bewölkung zeitweise in eine zunehmend drückende und schwüle Luft. Der Himmel ist nicht mehr so klar, ab Mittag steigt von Franken her das Gewitterrisiko immer weiter an. Nachmittags, abends und nachts kann es praktisch überall immer wieder mal krachen, samt aller Unwettergefahren, die solch eine Hitze eben birgt. Wie immer sind diese Gewitter ungerecht verteilt - manche bekommen zu viel, andere gar nichts. Zuvor sind einmal 29 Grad in Königstein, 31 in Vilseck, 32 in Kümmersbruck zu erwarten.

Aufatmen dann am Sonntag: Zwar machen es Wolken und örtlich noch letzte Schauer vor allem vormittags der Sonne zunächst schwer, nachmittags reißt es aber wieder öfter auf. Später sind vereinzelt noch einmal kurze gewittrige Schauer möglich, Unwetter sind das aber nicht mehr. Mit etwas frischerem Wind werden "nur" noch 24 Grad in Sulzbach-Rosenberg, 25 in Freihung und 26 in Amberg erreicht. 13 bis 16 Grad in der Nacht zu Montag schreien dann förmlich nach Durchlüften.

Ab Montag geht der Temperatur-Wahn schon wieder in die nächste Runde. Viel Sonne, eher selten Gewitter, es ist und bleibt Sommer der Spitzenklasse. Die Temperaturen liegen durchgehend bei 30 bis 35, stellen- und zeitweise auch mal bei 37 Grad. Praktisch übereinstimmend simulieren die Wettermodelle diese heiße Wetterlage bis mindestens 20. August.
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