Sozialpädagoge berichtet von positiven Erfahrungen mit jungen Asylbewerbern
Arbeitgeber sind sehr zufrieden

Weiden. (ps) Manfred Wichmann und Christian Balke brachen eine dicke Lanze für die jungen Asylbewerber. Sie schilderten die Jugendlichen, die nach der Flucht aus ihren Heimatländern teilweise traumatisiert in Weiden landen, als fleißig, strebsam, dankbar und diszipliniert. "Ich mach' den Job gerne. Die Jugendlichen sind mir ans Herz gewachsen", gestand Wichmann, zuständiger Fachbetreuer für die Asylbewerber-Klassen an der Europa-Berufsschule Weiden.

Gerade deshalb legte er sich wohl in der Sitzung des Integrationsbeirats am Dienstag auch so ins Zeug und forderte die Unterstützung der Stadträte und der Stadt bei der Beschaffung der nötigen Klassenzimmer ein. Acht bis zehn Räume dürften nach seinen Worten ab Herbst fehlen (siehe auch NT vom Mittwoch und nebenstehenden Artikel).

Gemeinsam mit Christian Balke, Sozialpädagoge am Kolping-Bildungswerk, das bei der Arbeit mit den Flüchtlingsklassen mit der Berufsschule kooperiert, verwies Wichmann auf die ausgesprochen positiven Erfahrungen, die nicht nur die Lehrer mit den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen machen. Auch Arbeitgeber, bei denen die Jugendlichen Praktika absolviert hätten, zeigten sich sehr zufrieden, betonte Balke. Im Handwerk, das unter Nachwuchsmangel leide, seien die Jugendlichen gefragt. Aber auch andere Unternehmen seien angesichts der positiven Erfahrungen bereit, einen der Jugendlichen auszubilden.

"Ich habe zwei Jahre Zeit, sie so gut wie möglich auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten", sagte Manfred Wichmann. Deutsche Jugendliche hätten dafür 9 bis 10 Jahre. Gerade deshalb sei es so wichtig, dass die jungen Flüchtlinge qualitativ hochwertigen Unterricht erhalten. Auch wenn nach den Vorgaben des Kultusministeriums die Berufsschulpflicht für junge Asylbewerber ruhe, wenn vor Ort kein adäquates Angebot möglich sei.
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