Spaß das beste Dopingmittel

Dieter Bauer (hinten, links) und seine Rasselbande: In der lustigen Gruppe verstecken sich unter anderem Bayerische Meister, Süddeutsche Meister und Vize-Europameister. Bild: wüw

Vier Siege - in vier Wertungen. Der Landkreislauf zeigte wieder: im Laufsport ist die DJK Weiden in der Region der Maßstab. Noch beeindruckender: In der Jugendgruppe legen über 50 Jugendliche regelmäßig das Smartphone weg und bewegen sich - freiwillig. Trainer Dieter Bauer erklärt im Interview, wie er sie dazu bringt.

Herr Bauer, vor sieben Jahren haben sie ihre Jugendlaufgruppe mit einer Handvoll Sportler gestartet. Heute kommen 50 Jugendliche ins Training, statt vor dem Computer dick zu werden. Tickt Weidens Jugend anders?

Dieter Bauer: Ich glaube nicht, dass die Jugend besonders ist, das Training ist anders. Der Spaß steht im Vordergrund. Es gibt keinen Kasernenhofton, keine Anwesenheitspflicht. Wenn jemand mal lieber ins Schätzlerbad geht, ist das okay. Und wir Trainer machen jeden Spaß mit.

Mit Spaß allein lässt sich der Erfolg ihrer Gruppe aber nicht erklären.

Bauer: Wer Leistung bringen will, muss hart trainieren. Aber das fällt leichter, wenn das Umfeld stimmt. Unsere Trainer sind selbst aktive Läufer, wissen wovon sie sprechen und die Kinder spüren das. Wir nehmen auch erfolgreich an Wettkämpfen teil und sind Vorbilder für die Kinder. Wenn das Umfeld stimmt, strengen sich junge Leute gerne an.

In der Gruppe gibt es ambitionierte Sportler, aber auch Kinder, die sich nur etwas bewegen wollen. Sorgt das für Konflikte?

Bauer: Wir haben vier Gruppen. Das stellt sicher, dass niemand unter- oder überfordert wird. Ansonsten ist Respekt in der Gruppe wichtig. Wer sich vernünftig benimmt, darf mitmachen. Der bessere Sportler ist nicht automatisch der bessere Mensch. Und manche Jugendliche erreichen bei uns Erfolge, ohne an Wettkämpfen teilzunehmen.

Wie meinen Sie das?

Bauer: Mehrere Schüler haben bei uns ihr Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADHS) und damit die Probleme in der Schule überwunden, ohne Medikamente nur durch Bewegung.

Beim Saisonabschluss sagten sie, dass der Erfolg an eine Grenze stoßen könnte. Wie meinen sie das?

Bauer: Das Wachstum kann sicher nicht so weitergehen und auch die Erfolge lassen sich nicht mehr groß toppen. Wir haben einen Vize-Europameister, einen 17. Platz bei einem Weltcup. Viel größere Erfolge können nicht mehr kommen.

Die finanzielle Situation der Stadt ist ein großes Thema. Zuletzt ging es um die Regionalbibliothek. Denken Sie, dass die Laufgruppe angemessen unterstützt wird?

Bauer: Die Stadt hat kein Geld, da ist nicht viel zu erwarten. Im vergangenen Jahr hat sie uns aber für eine Sparkassenspende vorgeschlagen. Wir können natürlich Hilfe gebrauchen. Mit der Läuferzahl wachsen die Ausgaben. Sponsoren sind gerne gesehen. Bei den Jugendlichen der DJK ist das Geld besser angelegt als bei vier Radfahrern und deren sportlichen Abenteuerurlaub in den USA.
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