Spaßiges Streichkonzert

Der Kunstverein Weiden öffnet seine Räume für Darstellende Kunst: Vom 12. bis 29. November hält das "schauspielweiden" hier "Das Meeting" ab.

Bei der Kultur setzt der Bürgermeister den Rotstift an. Ein Drama? Nicht unbedingt. Das "schauspielweiden" beruft ein "Meeting" ein.

Beim Kunstverein kommt es im November zu einem pikanten Besprechung: Das Stadtoberhaupt berät sich mit PR-Profis, wie es denn am geschicktesten zu bewerkstelligen sei, ein traditionelles Festival abzusetzen. Denn dieser Kultur-Schnickschnack kostet Geld. Und Geld ist knapp. So ein Theater? Genau. Denn das "schauspielweiden" lädt ab 12. November 16 Mal zu diesem "Meeting" ein - einem satirischen Boulevardstück von Stephan Eckel. Partielle Parallelen zu Verhältnissen in der Max-Reger-Stadt wären rein zufällig, versichert Produzent Stephan Brunner: "Ich hoffe, dass das niemand als Affront auffasst."

Tatsächlich nimmt "Das Meeting" Marketing- und machtversessene Politik so auf die Schippe, dass es buchstäblich lachhaft ist: Bürgermeister Schmidthuber, Stadtmarketing-Chefin Dr. Heilmann-Wölk und Pressesprecher Lang wollen die "Seefestspiele" streichen - und ziehen dabei alle Register. Das "Theater Neue Aussichten" in Dietzenbach brachte das Boulevardstück heuer erstmals auf die Bühne. Das "schauspielweiden" ist erst die zweite Truppe, die es spielt. "Ein echter Schenkelklopfer", wie Brunner meint. Regisseur Jens Zörner "fand das Stück toll. Er wollte es unbedingt inszenieren".

Nach dem gewaltigen "Henry/Georg/Krieg" (2014 in Augustin) entschied sich das Ensemble um Stephan Brunner damit für eine weniger aufwendige Produktion. Gerade mal drei Darsteller agieren: Neben dem "alten Hasen" Michael Hase (als Bürgermeister) nehmen mit Kristine Walther und Robert Speidel auch zwei "schauspielweiden"-Neulinge am "Meeting" teil. Ein bekanntes Gesicht gibt es hinter der Bühne: Anika Lachnitt (Regieassistenz).

Mit den Proben beginnen die Akteure am Montag in Berlin, am 7. oder 8. November ziehen sie dann nach Weiden um. In eine Stadt, die derzeit auch so ihre Probleme hat mit der Bezahlbarkeit von Kultur und anderen freiwilligen Leistungen. Ob sich Weidener Bürgermeister und Stadträte das "Meeting" in ihrem Terminkalender eintragen? Zu empfehlen wär's ihnen: Wann sonst können sie mal über die Geldnöte lachen?
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