SPD erinnert an das Ende der deutschen Teilung
Gefeierte Einheit

Ein Vierteljahrhundert Wiedervereinigung feierte die SPD mit Uli Grötsch (von rechts), Annette Karl und Norbert Freundorfer. Bild: Kunz
"Heute, 25 Jahre nach der Wiedervereinigung, ist es für uns alle Alltag, in einem vereinten Deutschland zu leben." Das betonte Landtagsabgeordnete Annette Karl bei einer SPD-Kundgebung zum Tag der Deutschen Einheit vor der Berliner Mauer an der Berliner Straße. Umfragen zeigten aber auch, dass für viele diese Wiedervereinigung noch nicht abgeschlossen sei. "Sicher will keiner die Teilung zurück." Aber 57 Prozent der Ostdeutschen seien immer noch der Ansicht, dass in der DDR die positiven Seiten überwogen hätten. Allerdings gebe es dabei Generationenunterschiede: "Vor allem die Jungen sind in der BRD angekommen."

MdB Uli Grötsch machte das am Beispiel seiner beiden Töchter deutlich. Für diese Generation gebe es kein Ost- und West mehr. Da werde nur noch von Bayern, Hessen, Thüringen oder Mecklenburg-Vorpommern gesprochen. Die Jüngeren hätten die Mauer nie gesehen, erklärte Karl. Jene Zeit vor 1989 sei Geschichte für sie. "Oft wissen sie nur wenig über die Einschränkungen und Repressionen der Menschen in der DDR." Oder davon, wie beklemmend die Grenze gewesen sei, die nicht nur Deutschland und Europa trennte, sondern ganze Familien. Karl unterstrich den Mut der Montagsdemonstranten in Leipzig, die Politiker-Diplomatie. Aber auch das damalige Osteuropa, wo die Zeichen auf Veränderungen standen. Besonders wies sie auf die Reformbestrebungen in der Sowjetunion hin. Viele Deutsche nutzten die gewonnen Chancen, erfüllten sich Träume und bauten sich neue Existenzen auf. Ostdeutschland habe vom Aufschwung der letzten Jahre profitiert.

Die Herausforderungen seien gesamtdeutsch. Zum Thema Flüchtlinge: "Es gilt das Wort der Bundeskanzlerin, dass das individuelle Asylrecht, entstanden aus den Erfahrungen der NS-Zeit, keine Obergrenze hat." Freilich gewännen derzeit in Europa nationale Töne die Oberhand und die EU scheine zunehmend eine Vereinigung von Egoisten zu sein. Aber dies ändere nichts an den Erfolgen nach 1945 und 1989.

Organisiert wurde die Kundgebung von Stadtverbandsvorsitzendem Norbert Freundorfer. MdB Grötsch betonte, dass sich die Sozialdemokratie der Deutschen Einheit insbesondere verpflichtet fühle. Denn es sei die Politik von Willy Brandt und Egon Bahr gewesen, die den Weg zur Einheit geebnet habe.
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