SPD: Ratsbegehren für West IV braucht "starkes Votum"
Appell: "Hingehen und abstimmen"

Große Pläne bei der SPD. Stadtverbandsvorsitzender Norbert Freundorfer, Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch, Fraktionschef Roland Richter und Stadtrat Dr. Matthias Holl (von links) werben für das Ratsbegehren, bei dem die Weidener am 9. November für ein Gewerbegebiet West IV abstimmen sollen. Bild: Huber
(wd) 62 Unternehmen klopften in diesem Jahr bei der Stadt Weiden an. Sie wollen in der Max-Reger-Stadt siedeln. Ihr Flächenbedarf: über 70 Hektar. Also gab es für die meisten einen Korb, oder sie mussten vertröstet werden. Die Stadt hat nämlich nur noch 10,2 Hektar in den verschiedenen Industrie- und Gewerbegebieten zu vergeben. Die größte mögliche Fläche (aus verschiedenen Parzellen) ist dabei gerade mal 2,4 Hektar groß. Und darum ist's für die Weidener SPD gar keine Frage: Die Stadt braucht das Gewerbegebiet West IV.

Die Lehrer-Riege in der SPD-Spitze, voran Fraktionschef Roland Richter, Stadtverbandsvorsitzender Norbert Freundorfer sowie Stadtrat Dr. Matthias Holl warben bei Bundestagsabgeordnetem Uli Grötsch um Unterstützung. Grötsch versicherte, dass er "voll und ganz" hinter dem Wunsch der Stadt stehe, ein neues Gewerbegebiet auszuweisen. Diese Fläche sei von sehr hohem Stellenwert. "Ich verstehe den Gegenwind nicht", betonte er. Noch deutlicher sagte er: "Ich empfinde es als infam, wenn man versucht, die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt gegen den Umweltschutz auszuspielen." Umwelt- und Artenschutz würden penibel berücksichtigt.

Niemand dürfe vergessen, dass Weiden die wirtschaftliche Lokomotive der Region sei. "Entwickelt sich Weiden gut, geht's der Region gut", betonte Grötsch. So finde etwa jeder Dritte aus seiner Heimatgemeinde Waidhaus einen Arbeitsplatz in Weiden. Zudem sei es durchaus logisch, wenn die Stadt gegenüber der bestehenden Gewerbegebiete Brandweiher und Weiden-West auch auf der anderen Seite der B 470 Betriebe ansiedele.

Zu Beginn des Pressegespräches betonten Freundorfer und Fraktionschef Roland Richter, dass es bei der Ausweisung des Gewerbegebietes auch darum gehe, die "Rendite" aller Bildungsanstrengungen, sprich Ausbau der Hochschule, einzufahren. In den neuen Betrieben sollen vor allem auch die hochqualifizierten jungen Leute einen Arbeitsplatz finden. Nur so hätten sie eine Chance, auch in der Region bleiben und ihr Leben planen zu können.

Über zwei Jahre hinweg habe die Stadt intensiv nach neuen Gewerbeflächen gesucht, die verschiedensten Gebiete überprüft. Ideal liege nur West IV, "nicht weit zur Autobahn, über die B 470 super-schnell angebunden mit einem grünen Puffer zum Pressather Wald".

Ausführlich schilderte Richter auch die gute wirtschaftliche Entwicklung in den letzten fünf Jahren. Mit 26 426 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei ein neuer Höchststand erreicht. "Das sind 2000 mehr als 2010. Und diesen Trend wollen wir fortsetzen. Aber dazu brauchen wir auch Flächen, auf denen sich neue Betriebe ansiedeln können."

Die Genossen griffen ferner das Argument auf, im Landkreis gebe es genügend Gewerbegebiete. Richter und Dr. Matthias Holl rechneten vor: Es gebe wohl rund 253 Hektar. "Wir müssen aber auch sagen, wo die sind." Wer in Weiden bauen wolle, geher eben nicht nach Eslarn, Waidhaus, Eschenbach, Grafenwöhr, Döllnitz oder Hütten. Weiden wolle aber keine Konkurrenz zu den Gemeinde im Landkreis sein."Wir sehen uns als Ergänzung." Mit West IV würden die Gleise gelegt, dass die Wirtschaftslokomotive Weiden weiterfahren könne, sagte Richter.

An den zahlreichen Infoständen, zu denen die SPD einlade, sei die Resonanz der Bürger auf das Projekt West IV "erstaunlich positiv", berichtete Dr. Holl. "Für die Leute ist entscheidend, dass sie einen vernünftigen Arbeitsplatz mit einem guten Lohn finden. Hauptsache in der Region." Das Ratsbegehren für Weiden-West IV brauche am 9. November ein möglichst starkes Votum. "Darum hingehen und abstimmen", appellierte Holl abschließend an die Bürger der Stadt.
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