Spielervater (41) erzählt vom brutalen Angriff eines Ambergers - Polizei ermittelt gegen beide
Böses Foul nach fairem Derby

Der 41-Jährige ist noch immer geschockt. Sein Hals schmerzt. Wegen einer Kehlkopfprellung hat der Arzt den Weidener von der Arbeit befreit. Die Verletzung hatte er beim Angriff eines 40-jährigen Ambergers am Freitagabend davongetragen - am Rande eines "ganz normalen" Fußballspiels von zwei Jugendteams (wir berichteten).

Der Jüngere schlug dem Älteren nach dessen Aussagen zwei Mal mit der Handkante gezielt gegen den Hals. Das Opfer bekam keine Luft mehr, musste ins Klinikum. Dort, so erzählt der Weidener, habe ihm der Mediziner erklärt: "Wäre ein Schlag nur einen Zentimeter weiter links gelandet, könnten Sie jetzt tot sein."

Wie der Weidener dem NT schildert, sei er eigentlich bemüht gewesen, die Wogen während des Spiels zu glätten: Bei der Begegnung zwischen Weiden und Amberg am Freitag hätten sich zwei jüngere Zuschauer fortgesetzt aggressiv verhalten, immer wieder schlimme Dinge aufs Spielfeld gebrüllt. Der 41-Jährige, der das Derby eigentlich als Spielervater verfolgte, habe dann in seiner Eigenschaft als Vereinsfunktionär die Ordner angewiesen, die beiden Besucher zum Verlassen des Platzes aufzufordern.

Eine der beiden, ein 17-jähriges Mädchen, behauptete daraufhin, der 41-Jährige habe sie beleidigt (was dieser bestreitet). Nach dem Spiel erkundigte sich daher der Vater der Jugendlichen nach dem Weidener, der sich inzwischen im Sportheim aufhielt. Als dieser nach draußen ging, um mit dem Mann zu sprechen, geriet der Amberger laut Polizeibericht "völlig in Rage". Dann schlug er zwei Mal zu. Zeugen beobachteten den Vorfall, riefen Notarzt und Polizei. Das BRK brachte den Verletzten ins Klinikum.

Die Gesetzeshüter ermitteln jetzt wegen vorsätzlicher Körperverletzung gegen den Amberger - und wegen Beleidigung gegen den Weidener. Dieser betont, dass es sich bei dem Vorfall um ein Fehlverhalten Einzelner gehandelt habe. Zwischen den Vereinen gebe es kein böses Blut. Und auch die Jungs auf dem Spielfeld hätten sich nicht danebenbenommen: "Es war ein gutes, faires Spiel."
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