Sprachlos im Netz
Angemerkt

Ganz sicher: Ein Profil bei Facebook und all den anderen sozialen Medien ist kein Muss. Selbst, wer kein notorischer Internet-Verweigerer ist, findet leicht Gründe, sich den Daten-Kraken nicht in die Arme zu werfen. Das ist auch eins der stärksten Argumente der Verwaltung im Vorfeld des Kulturausschusses, bei dem es am Mittwoch um die Ausweitung der digitalen Aktivitäten der Stadt geht: Die Rathausmitarbeiter wenden ein, dass es ein unschönes Signal an andere Nutzer wäre, wenn jetzt auch die Stadt vor den Kraken kapituliert. Das stimmt. Die Frage ist aber, ob etwas anderes eine nicht noch unschönere Wirkung hätte.

Denn mit ihrer digitalen Abstinenz verordnet sich die Stadt gleichzeitig auch digitale Sprachlosigkeit. Es gibt nunmal viele Weidener, die keine Bedenken gegen Facebook haben. Und vor allem bei den Jüngeren ist es mitunter sogar der einzige Kanal, über den sie erreichbar sind. Will die Stadt mit ihnen in einen Dialog treten, wird sie um Facebook nicht herumkommen.

Ein Beispiel aus Tirschenreuth zeigt, dass das funktionieren kann: Die Kreisstadt diskutierte mit ihren jungen Bürgern online über die Ausgestaltung eine Skater-Anlage; auch eine Form von Heimatbindung. Tirschenreuth zeigt außerdem, dass die Kosten für einen kommunalen Facebook-Auftritt auch längst nicht so hoch sein müssen, wenn eine externe Agentur die Betreuung übernimmt. Selbst diese wenigen Tausend Euro mögen der verschuldeten Stadt Weiden wehtun. Aber es geht immerhin um einen verbesserten Dialog mit den Bürgern. Und der ist für eine Kommune auch ein Muss.



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