Spürhund für Krankenhauskeime

Bundestagsabgeordneter Alois Karl (rechts) überzeugte sich von der Handlichkeit des schnellen Analysegeräts "Staphyfix", das ihn Norbert Kaspers von der Schnaittenbacher Firma DNE im Reichstagsgebäude erläuterte. Bild: hfz

Hatte sich bisher jemand einen gefährlichen Krankenhaus-Keim eingefangen, stand das erst nach 24 Stunden mit Sicherheit fest. Eine Schnaittenbacher Firma kann diese Zeit auf 90 Minuten verringern - und hat dafür schon Geld vom Bund bekommen.

Hunderttausende Menschen in Deutschland erkranken jährlich bei Klinikaufenthalten durch antibiotika-resistente Keime (MRSA). In bis zu 40 000 Fällen endet das tödlich, in vielen anderen drohen der Verlust von Gliedmaßen und andere gesundheitliche Einschränkungen, heißt es dazu in einer Presseinfo aus dem Büro des Bundestagsabgeordneten Alois Karl.

Bisher viel zu langsam

Abhilfe könnte hier durch ein MRSA-Screening bei der Einlieferung von Patienten in Krankenhäuser geschaffen werden. Dabei wird geprüft, ob der Patient diese MRSA in sich trägt. Ist dies der Fall, wird er unter hohen Hygienestandards behandelt, bis keine Ansteckungsgefahr mehr von ihm ausgeht. Bislang verzichten viele Kliniken auf dieses Screening, da bei einer traditionellen Klärung mittels eines Nasen-Abstrichs und der Ansetzung einer Kultur in einer Petrischale erst nach 24 Stunden feststeht, ob jemand den MRSA-Erreger in sich trägt. An diesem Problem setzt das Analysegerät "Staphyfix" an, das die Schnaittenbacher Firma "DNE microtechnology GmbH" zusammen mit drei Partnern entwickelt hat.

"Mit unserem innovativen Analysegerät steht bereits nach 90 Minuten fest, ob jemand diese Keime in sich trägt. Damit kann das Krankenhaus bereits kurz nach der Einlieferung eines Patienten entscheiden, ob eine normale Behandlung ausreicht oder im Falle eines positiven MRSA-Tests besondere Hygienemaßnahmen und Behandlungen nötig sind. Das ist gut für den eingelieferten Patienten. Das ist aber auch gut für die Krankenhäuser und die Mitpatienten, da so der Einschleppung dieser multiresistenten Keime wirksam begegnet werden kann", erläuterte Norbert Kaspers von DNE dem Abgeordneten Alois Karl. Zudem sei das Gerät einfach zu bedienen und könne künftig deutlich unter den Preisen aktueller Analyse-Geräte anderer Firmen produziert werden.

Ziel: Massenproduktion

"Ich freue mich, dass wir mit Fördermitteln des Bundes diese erfolgreiche Geräteentwicklung unterstützt haben. Jetzt gilt es, den Schritt von einem Prototypen hin zur Massenproduktion und Verbreitung zu machen. Der Bedarf ist enorm. Schließlich sind diese MRSA eine der größten Herausforderungen in unserem Gesundheitswesen, da immer weniger Antibiotika zur Verfügung stehen, die diese Keime wirksam bekämpfen können", verdeutliche Alois Karl. "Zudem stellt DNE einen Beleg dafür dar, wie innovativ gerade auch kleinere und mittelständische Unternehmen in unserer Region sind."

Anlass für die Begegnung in Berlin war die Teilnahme der DNE am 22. Innovationstag des Bundeswirtschaftsministeriums. Dort präsentierten sich rund 200 Forschungs- und Entwicklungsprojekte.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.