SpVgg SV definiert Ziele neu

Nur 1:1 gegen den Würzburger FV. Das war's dann wohl endgültig für die SpVgg SV Weiden mit einem Platz ganz vorne in der Bayernliga Nord. Trainer Christian Stadler findet deutliche Worte: "Wir haben uns aus dem Titelrennen verabschiedet."

(lst) Christian Stadler, Trainer des Fußball-Bayernligisten SpVgg SV Weiden, ist ein Mann der klaren Worte. Daher war sein Statement nach dem 1:1 (0:1) im Heimspiel am Samstag vor lediglich 220 Zuschauern gegen den Würzburger FV, bei dem Ralph Egeter (88.) die Führung der Unterfranken durch Patrick Hofmann (23.) noch ausglich, alles andere als eine frohe Oster-Botschaft.

"Damit haben wir uns aus dem Titelrennen verabschiedet. Wir haben nicht die Qualität und die Leichtigkeit wie der FC Amberg oder der SV Viktoria Aschaffenburg. Unser Ziel ist nun, zwischen Platz 3 und 5 zu landen, was dennoch ein tolles Ergebnis wäre." Das Mineralwasser bei der Pressekonferenz mochte dem SpVgg-SV-Coach nicht wirklich schmecken. Was aber angesichts der gezeigten Leistung seiner Mannschaft nicht verwunderte. Denn wie schon vor einer Woche beim 0:2 beim TSV Aubstadt ließen die Schwarz-Blauen viele Chancen aus und liefen ab Mitte der ersten Halbzeit einem Rückstand hinterher.

Zudem zeigten die Gastgeber im Spielaufbau viele Defizite und fanden gegen die hoch stehenden und früh angreifenden WFV-Akteure kein Mittel. "Wir agieren zu verkrampft, vor allem unsere Stürmer", analysierte der Weidener Trainer. Man sei angesichts der Tatsache, dass den meisten Angreifern die Entschlossenheit fehlt, zu sehr von Ralph Egeter abhängig.

Seine Elf hatte sich gegen zunächst stark auftretende Gäste, die in der zweiten Halbzeit jedoch abbauten, jede Menge Möglichkeiten erarbeitet. Aber es wollte nichts gelingen. Christoph Hegenbart verstolperte aus fünf Metern (21.), Friedrich Lieder sprang der Ball zu weit vom Fuß (23.), ehe erneut Hegenbart einen Dreher zu viel machte (45.) und ihm vom starken WFV-Schlussmann Jan-Peter Grunz das Leder vom Fuß gefischt wurde. Danach klärte Grunz Egeters Kopfball (45.). Auch in den zweiten 45 Minuten erarbeiteten sich die Weidener Chancen en masse: Hegenbart (47.), Stefan Graf und Hegenbart im Doppelpack (56.) sowie Graf (94.) und Michael Riester (96.) in der Nachspielzeit hatten die Möglichkeiten, die im Normalfall für zwei Spiele gereicht hätten. Aber am Samstag war vieles nicht normal. So auch der Umstand, dass WFV-Trainer Christian Graf, der auf seiner Auswechselbank aufgrund Verletzungen lediglich noch Spieler aus der zweiten Mannschaft und der U19 sitzen hatte, die SpVgg SV mit einer ungemein offensiv ausgerichteten Taktik überraschte.

"Wir hatten nach dem 5:2 gegen die SpVgg Jahn Forchheim sehr viel Selbstvertrauen getankt. Nachdem wir letztes Jahr in Weiden keine Chance hatten, wollten wir dieses Mal den gleichen Fehler nicht noch einmal machen. Deshalb haben wir uns nicht hinten reingestellt, sondern nach vorne gespielt", freute sich Graf. Eine Ausrichtung, die schließlich von Erfolg gekrönt war, zumal die Gastgeber bei der Führung durch Patrick Hofmann in der 23. Minute kräftig mithalfen. Johannes Scherm leistete sich bei einem Freistoß einen kapitalen Stellungsfehler, so dass Hofmann volley aus sieben Metern unhaltbar für den Weidener Torhüter Dominik Forster vollstreckte. Schon zuvor waren die Unterfranken durch den Freistoß von Manuel Kutz (9.) und Jannik Fischers Drehschuss (13.) gefährlich vor dem SpVgg SV-Gehäuse aufgetaucht.

"Wir hatten auch im zweiten Durchgang, in dem die SpVgg SV ungemein viel Druck machte, den einen oder anderen Konter, den wir nicht konsequent zu Ende spielten. Wenn wir da den zweiten Treffer machen, ist das Match wohl entschieden", sagte Graf. So aber kassierte sein Team den späten Ausgleich, den der WFV-Coach dennoch "als Punktgewinn" einstufte. Ein Punktgewinn, mit dem die Unterfranken den Oberpfälzern das Osterfest richtig vermiesten.
Weitere Beiträge zu den Themen: SpVgg (24098)April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.